Branche Rückkehr zur Bürgerlichkeit?

Freitag, 07. Juli 2006
Themenseiten zu diesem Artikel:

Bürgerlichkeit Begriff SPÖ ÖVP


Man spricht jetzt verschiedentlich von einer Rückkehr zur Bürgerlichkeit, aber der Sinn dieses Begriffs ist schwer zu fassen. Welchen Stellenwert besitzt nun der Begriff "bürgerliche Gesinnung" unabhängig davon, wie er im einzelnen verstanden wird, in der Bevölkerung ganz allgemein? Imas richtete an 1000 Österreicher die Frage: "Wenn von jemand gesagt wird, er hat eine bürgerliche Gesinnung: Spricht das in Ihren Augen eher für ihn oder eher gegen ihn?" Das Ergebnis ist von geradezu verblüffender Klarheit: Rund sechs von zehn der Erwachsenen (59 Prozent) erblicken in bürgerlicher Gesinnung ein positives Persönlichkeitsmerkmal, lediglich einer von zehn empfindet es als einen Makel. Auf überdurchschnittlichen Widerstand stößt die Bürgerlichkeit am ehesten (mit 18 Prozent) bei Maturanten und Akademikern sowie (mit 17 Prozent) bei Personen unter dem 30. Lebensjahr. Dennoch kann von tiefgreifenden Widersprüchen dieser Gruppen zu den jeweils anderen Bevölkerungssegmenten keine Rede sein. Sowohl in der jungen Generation, als auch bei den Angehörigen der höchsten Bildungsschicht wird eine bürgerliche Gesinnung letztlich von massiven Mehrheiten als Vorzug eingestuft. Dies gilt im Grunde auch für die Denkmuster der diversen Parteianhängerschaften. Vergleichsweise am geringsten ist die Akzeptanz der Bürgerlichkeit mit einer Pro/Contra-Quote von 43:20 Prozent bei den GRÜNEN. Erheblich deutlicher überwiegt die Sympathie für eine bürgerliche Gesinnung (mit 55:18 Prozent) dagegen bei der SPÖ, am aller stärksten ist sie mit 76:2 Prozent bei den Wählern der ÖVP zu finden.
stats