Research Plus in Köln Befragung über den Wolken

Donnerstag, 07. September 2017
Otto Hellwig eröffnet die Research Plus in der Kneipe "Wohngemeinschaft" Köln
Otto Hellwig eröffnet die Research Plus in der Kneipe "Wohngemeinschaft" Köln
© hed

Zum 11. Mal lud die Deutsche Gesellschaft für Online Forschung DGOF zu einer Research Plus in die „Wohngemeinschaft“ in Köln. Rund 60 Besucher kamen ins Rheinland, um drei Vorträge rund um Umfragen zu hören und die Möglichkeit zum Networken zu nutzen.
„Über den Wolken…“ kann nicht nur die Freiheit unbegrenzt sein, sondern ist auch die Zeit recht üppig verfügbar. Man sitzt und wartet, steht und wartet, sitzt und wartet. Das fängt sogar schon vor dem Abheben an. Um diese Zeit sinnvoll zu nutzen hat Dennis Fleischer mit Quemey ein Angebot entwickelt, um im Flugzeug Marktforschung zu betreiben. Erste Versuche mit einzelnen Gesellschaften hat das Startup bereits durchgeführt. Die Umfrage wie die Incentivierung hängt dabei in der Regel mit dem Service an Bord zusammen. Voraussetzung für das Angebot ist natürlich Internetzugang. Diese Bedingung erfüllen bereits viele Flüge und Fleischer arbeitet zu diesem Thema auch mit seinem Hauptarbeitgeber, der Telekom, zusammen. Auch der zweite Impulsvortrag hat mit Befragungen zu tun. Adrian Bauer von FactWorks hat verschiedene Lügendetektoren für Online-Befragungen untersucht. Die Studie wurde gemeinsam mit Research Now durchgeführt. Dabei wurden die bekannten Methoden mit dem etwas aufwändigeren MaxDiff-Verfahren verglichen. Das Ergebnis der Studie in Kurzform: Die berühmten Fangfragen sind eher nicht geeignet unaufmerksame und betrügerische Respondenten zu entlarven. Am besten funktioniert eine Kombination aus verschiedenen Lügendetektor-Techniken (siehe auch ein Beitrag aus planung&analyse 3/2017).

Christopher Harms von Skopos will ebenfalls Online-Forschung  voranbringen, denn “Online-Umfragen sind die digitale Form der Papierfragebögen, nur dass jemand für uns umblättert“. Um da weiterzukommen, hat er mit seinen Kollegen Chatbots als Umfragetool getestet. Die Ergebnisse sind nicht ganz so überwältigend wie die Methode auf den ersten Blick erscheint. Die Forscher hatten einige Hypothesen: Die Abbruchrate könnte niedriger sein? Die Datenqualität könnte höher sein? Nein, beides ließ sich nicht bestätigen. Aber das Tool wirkt dennoch um einiges „cooler“ als ein herkömmlicher Online-Fragebogen. Mit der weiteren Entwicklung von künstlicher Intelligenz ist auch richtige Interaktion mit den Konsumenten denkbar. Dann könnten mehr offene Fragen gestellt und bei jedem Kunde individuell nachgefragt werden. Dafür sieht Harms allerdings einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren (siehe auch ein Beitrag aus planung&analyse 3/2017).

Die DGOF veranstaltet solche Research Plus Abende auch in anderen Städten. Am 24. Oktober findet sie etwa in München statt und am 23. November in Frankfurt. Die kommende GOR, die größte Veranstaltung der DGOF im Jahr, findet vom 28. Februar bis 2. März im kommenden Jahr in Köln statt. Der Call for Papers der General Online Research-Konferenz wurde soeben veröffentlicht.
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