PUMa-Plenum Forschen mit kleinem Budget

Mittwoch, 22. März 2017
PUMa - Plattform Unternehmensmarktforscher
PUMa - Plattform Unternehmensmarktforscher
© p&a

Beim 45. Treffen der betrieblichen Marktforscher in Frankfurt haben zwei Beispiele zum Thema Innovationen rund 20 PUMa begeistert. Kao und PointBlank stellten eine Methode zum Upcycling von Insights vor und Diebold Nixdorf und Jovoto zeigten, wie eine Kreativ-Plattform Marktforscher unterstützen kann.
Das hat bestimmt jeder betriebliche Marktforscher schon einmal erlebt: Eine Studie bringt ein Insight hervor, das einem bekannt vorkommt, das man schon mal gelesen hat, das aber irgendwie wieder aus der Aufmerksamkeit verschwunden war. „Insights und Learnings werden oft nur einmal genutzt und gehen dann unter. Das ist frustrierend für alle“, berichtet Susanne Stahl von dem Haarpflegehersteller KAO. Sie wollte diese Situation nicht hinnehmen und hat gemeinsam mit dem Institut PointBlank aus Berlin nach einer Lösung gesucht, Insights mehrmals zu nutzen. Zunächst wurden Studien der letzten fünf Jahre gesichtet und alle Insights auf Karten geschrieben und auf einem Plakat visualisiert. Besonders gut im Unternehmen kommen die Karten an, damit hat man etwas „Handfestes“ auf dem Tisch und kann in Workshops und Diskussionsrunden arbeiten. Gerhard Keim von PointBlank berichtet, dass dieses System natürlich auch als PC-Anwendung möglich ist und dass es keineswegs zu Einsparungen im Marktforschungs-Etat führen muss. Im Gegenteil: die Lücken, die ein Unternehmen im Wissen über den Verbraucher hat, werden deutlicher und damit neuer Bedarf an Studien geschaffen. Die Methode kann für verschiedenste Fragestellungen im Unternehmen genutzt werden, auch für Innovationen.

Auf Innovationen spezialisiert ist das Unternehmen Jovoto. Mit der Kreativplattform können Fragestellungen aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet werden. 85.000 Kreative arbeiten für Jovoto. Das sind Designer, Architekten, Ingenieure, Künstler…. Jens Raabe von Diebold Nixdorf hat den Dienstleister genutzt und stellt gemeinsam mit Luzius Rüedi von Jovoto vor, wie das Projekt ablief. Gesucht wurde der Geldautomat der Zukunft. Rüedi und Raabe berichten von dem Prozess wie die „Erfindungen“ der Kreativen im Unternehmen angenommen wurden. Von der Skepsis der firmeninternen Forschung, dem „Not-invented-here“, den Immunreaktionen, aber auch von der Unterstützung durch den CEO, der zu der Jovoto-Gemeinde sprach und den Stellenwert dieses Projektes verdeutlichte.

Die Teilnehmer am PUMa-Plenum (Foto: planung&analyse)
Die Teilnehmer am PUMa-Plenum (Foto: planung&analyse)

Die betrieblichen Marktforscher hatten bei beiden Themen ausreichend Gelegenheit für Fragen und Diskussion. Auch bei der abschließenden Runde kamen zahlreiche Fragen zur Praxis eines betrieblichen Marktforschers zur Sprache und die PUMa-Gemeinde zeigte, was sie im besten Sinne ist: ein Netzwerk für offenen Austausch und gegenseitige Beratung.   (hed)

Sie haben ebenfalls Interesse am PUMa-Netzwerk? Schreiben Sie uns! puma@planung-analyse.de

Weitere Termine für PUMa-Mitglieder: 16. Mai und 15. November 2017
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