Branche Online-Umfragen mit projektiven Verfahren kurzweiliger

Dienstag, 06. November 2012
Quelle: Marketagent.com
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Umfrage Umfragedauer Umfragelänge


Um Online-Befragungen für die Teilnehmer abwechslungsreich zu gestalten gibt es eine einfache Möglichkeit: Den Einsatz projektiver Verfahren. Sie lockern Umfragen auf und lassen die subjektiv wahrgenommene Umfragedauer kürzer erscheinen.

Quelle: Marketagent.com
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Im allgemeinen dienen projektive Verfahren in der Marktforschung vor allem dazu, Motive des Verbraucherverhaltens zu erfassen, und zwar hauptsächlich jene Motive, die von der Auskunftsperson entweder nicht oder nur ungern offenbart werden, oder nicht offenbart werden können.

Um zu überprüfen, wie projektive Verfahren von Teilnehmern an Online-Studien wahrgenommen werden, hat Marketagent.com ein entsprechendes Methodenexperiment durchgeführt. Dabei stand das Umfrageerlebnis aus Befragungssicht im Vordergrund. Im Rahmen dieses Projektes wurden 517 Respondenten, repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung befragt. Die Hälfte der Respondenten erhielt direkte Fragestellungen, der anderen Hälfte wurden überwiegend projektive Fragestellungen zur selben Thematik und derselben Befragungslänge vorgelegt. Beide Gruppen wurden abschließend zu ihrem Empfinden hinsichtlich der Umfrage befragt.

Zu den Vorzügen der Einbindung projektiver Verfahren in Umfragen zählt zweifelsohne der positive Effekt auf die empfundene Umfragelänge. Acht von zehn Befragten bewerten die Umfragelänge mit projektiven Verfahren als „gerade richtig“. Deutlich weniger trifft dies auf die Umfrage mit ausschließlich direkten Fragen zu, hier geben nur sieben von zehn Probanden an, dass die Umfragelänge „gerade richtig“ war. Zudem wird der direkte Fragebogen deutlich häufiger als „etwas zu lang“ tituliert. Den Fragebogen mit ausschließlich direkten Fragestellungen bewerten 26,4% als „etwas zu lang“, die Umfrage mit den projektiven Fragestellungen wird hingegen nur von 14,1% als „etwas zu lang“ empfunden.

Zwar können in Bezug auf die Gefälligkeit, den Spaßfaktor und der Bewertung als angenehm und interessant keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Befragungsarten ausgemacht werden. Jedoch sind dies Attribute, die grundsätzlich mit den persönlichen Vorlieben der Probanden einhergehen. Da beide Umfragen inhaltlich dieselbe Thematik behandeln, ist es naheliegend, dass hierbei keine Unterschiede festgestellt werden konnten. Hinsichtlich der Bewertung der Umfrage als langweilig, abwechslungsreich und langwierig konnte die Befragung mit den projektiven Verfahren signifikant besser abschneiden. So bewerten drei von fünf Umfrage-Teilnehmer die Befragung mit projektiven Fragestellungen als abwechslungsreich (Top-2-Box: 59,0%, 5-stufige Skala), während nur die Hälfte der Umfrage mit direkten Fragen dieses Attribut zuschreibt (direkte Befragung 50,2%).
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