Branche Nachfrage nach Finanzdienstleistungen stagniert

Dienstag, 11. Oktober 2005

In Deutschland werden bis zum Ende des Jahres 2005 wahrscheinlich weniger Finanzdienstleistungsverträge abgeschlossen als in den Jahren zuvor. Die Nachfrage richtet sich auch nach der jeweiligen finanziellen Situation der Befragten. Haushalte mit einem Nettoeinkommen über 4.000 Euro, die bereits sehr gut mit Finanzanlagen aller Art ausgestattet sind, planen deutlich häufiger als finanziell schlechter gestellte Haushalte, bis zum Ende des Jahres weitere Anlagen in ihr Portfolio zu integrieren. Während nur 5 Prozent in der niedrigen Einkommensklasse bis 1.000 Euro Nettoeinkommen pro Monat beabsichtigen, sich weitere Finanzprodukte zuzulegen, ist es in der Gruppe der Spitzenverdiener nahezu jeder fünfte Haushalt. Etwa 2 Prozent der Haushalte insgesamt möchten bis Ende 2005 Tagesgeldkonten eröffnen. Dieses Niveau ist mit dem vom Jahresbeginn vergleichbar. Daneben ist eine Erholung bei Investmentfondsanlagen festzustellen. 2 Prozent aller Haushalte haben im ersten Halbjahr 2005 mindestens ein Investmentfondsprodukt gekauft, weitere 2 Prozent der Haushalte planen dies bis zum Ende des Jahres (Vorjahreswert: 0,5 Prozent). Vor allem bei älteren Anlegern ist die Absicht zu erkennen, verstärkt in Aktien und Investmentfonds zu investieren. 3 Prozent der Haushalte mit einer haushaltsführenden Person in einem Alter ab 60 Jahren wollen bis Ende dieses Jahres in mindestens eine der beiden Anlageformen investieren. Deutlich seltener möchten die deutschen Verbraucher eine Versicherung abschließen. Die seit Beginn des Jahres stark zurückgegangene Nachfrage nach Kapitallebensversicherungen wird zudem voraussichtlich auch in den kommenden Monaten andauern. Zunehmend an Bedeutung gewinnt hingegen die eigene private Vorsorge - nicht nur für das Alter: Berufsunfähigkeitsversicherungen, Unfallversicherungen und private Krankenzusatzversicherungen rücken deutlich ins Blickfeld. Eine Aufteilung nach unterschiedlichen Zielgruppen zeigt, dass für Haushalte in der Altersgruppe bis 29 Jahre ein Abschluss dieser Produkte momentan besonders attraktiv ist. Darüber hinaus sind Haushalte mit Kindern sowie Doppelverdiener zur Zeit ebenfalls überdurchschnittlich affin für private Vorsorgeprodukte.
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