Meist gelesene Artikel im Jahr 2017 GfK macht Schlagzeilen

Donnerstag, 28. Dezember 2017
Gerhard Hausruckinger, Prof. Raimund Wildner (oben rechts), Peter Feld (unten Mitte)
Gerhard Hausruckinger, Prof. Raimund Wildner (oben rechts), Peter Feld (unten Mitte)
© GfK

Besonders viele Nachrichten kamen in diesem Jahr aus Nürnberg in unser Postfach. Der Umbau der GfK bewegt nicht nur die Beteiligten, sondern auch die Branche. Am Schicksal des größten deutschen Marktforschers herrscht grosses Interesse. Schließlich haben zahlreiche Forscher dort ihre Laufbahn begonnen oder dort eine Zwischenstation gemacht.
Vor genau einem Jahr, im Dezember 2016 erreichte uns die Top-Meldung: KKR beteiligt sich an GfK. Seitdem liefert der Marktforscher aus Nürnberg regelmäßig Stoff für Berichte in unseren Fachmedien. Der Interim-CEO, Gerhard Hausruckinger, der das Unternehmen inzwischen verlassen hat, versuchte in einer Telefonkonferenz am Tag danach die Wogen zu glätten. Verwiesen wurde unter anderem auf die Marktforschungsexpertise des Investors durch eine Beteiligung an Nielsen, die der Investor fast zehn Jahre gehalten.
Dr. Gerhard Hausruckinger: Der ehemalige Vorstand der GfK ist seit Oktober 2017 Geschäftsführer der auf Marktinformationen spezialisierten NPD Group Inc.
Dr. Gerhard Hausruckinger: Der ehemalige Vorstand der GfK ist seit Oktober 2017 Geschäftsführer der auf Marktinformationen spezialisierten NPD Group Inc.
Die Aktie des Unternehmens schnellt nach oben. Die Entscheidung des Haupteigentümers GfK-Vereins ist zwar gefallen, aber noch liegen gut 43 Prozent der Anteile im Streubesitz. Eine nervenaufreibende Zeit beginnt für die Beteiligten. Es gibt Spekulationen über den Eintritt von Michael Dell (Michael Dell hat über 10 Prozent), bzw. seiner Fonds, ob sich genug Aktionäre bis zum gesetzen Termin entscheiden (Es wird knapp), an KKR zu verkaufen, und ob der Deal gelingt.

Am 11. Februar dann die erleichternde Nachricht: „Der Deal ist gelungen.“ Dannach fragte sich die Branche natürlich: „Wem gehört die GfK jetzt?“ KKR hatte das Rennen gemacht, aber es gab noch immer 14 Prozent der Aktien im Streubesitz. Zuviel für den angestrebten Squeezeout. 

Prof. Raimund Wildner
Prof. Raimund Wildner (© GfK)
Anfang März gibt Prof. Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins, planung&analyse ein Exklusiv-Interview zu dem Deal: „Die Situation ist nicht einfach.“

Der GfK Verein hat ein elementares Interesse am guten Geschäftsverlauf der Nürnberger. Schließlich wird die Grundlagenforschung des „Think Tanks der Marktforschung" nur durch die Gewinne der GfK SE finanziert. Der Verzicht auf die Dividende für das Jahr 2016 – von den Aufsichtsräten aus dem Verein mitbeschlossen – bringt voraussichtlich einen Verlust von 10 Millionen Euro, so der Geschäftsbericht des GfK Vereins: „GfK Verein kalkuliert mit Verlust.“ Gleichzeitig vermittelt Präsident Prof. Hubert Weiler erstmal aus den Rücklagen leben zu können. Eine beruhigende Botschaft, die aber auch zeigt, dass die GfK in den zurückliegenden Jahren durchaus Geld verdient hat.

Im Juli auf der Hauptversammlung (es wird vorerst die letzte gewesen sein) der GfK erfolgt noch das bei solchen Vorgängen übliche Aufbäumen der Kleinaktionäre: Turbulente Hauptversammlung, doch die Würfel sind längst gefallen. KKR übernimmt in Nürnberg das Ruder. Der Aufsichtsrat wird neu besetzt, der Squeezeout wird vorbereitet und die Aktie wird von der Börse genommen.  

Peter Feld (Foto: GfK)
Peter Feld (Foto: GfK)
Mit der Benennung des neuen CEO zeigt der neue Private-Equity-Eigentümer (der GfK Verein ist immer noch Haupteigner, KKR besitzt unter 50 Prozent), wie sein Vorgehen in der Vergangenheit gewesen (Unternehmen mit drei Buchstaben) ist: Peter Feld kommt von WMF, war zuvor bei Beiersdorf und hat seit 15. März ein Büro in Nürnberg. 

Am 15. August wird die neue Strategie verkündet: mehr Kundennähe, mehr Digitalisierung, neue Organisationsstruktur, Kosten senken. Dannach beginnt ein Personalkarusell das sich wohl auch im Jahr 2018 noch ein wenig weiterdrehen wird: 

Die erkennbaren Muster: Ein Executive Leadership Team wurde ausgerufen, eine Art zweite Führungsebene aus der heraus nun der Vorstand gebildet wird. Mit dem Personal bei WMF hat KKR offenbar gute Erfahrungen gemacht, denn mittlerweile gibt es fünf Führungskräfte in oberster Ebene, die zuvor beim Hausgerätehersteller gewesen sind, darunter der Pressesprecher, die HR-Verantwortliche und der CMO. 

Auch im Jahr 2018 wird die GfK für manche Schlagezeile gut sein. Wir sind gespannt.
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