Branche Mehr gesellschaftlicher Zusammenhalt durch Vorlesen

Dienstag, 10. November 2015
Ergebnisse unabhängig von Bildungshintergrund(Quelle: Stiftung Lesen)
Ergebnisse unabhängig von Bildungshintergrund(Quelle: Stiftung Lesen)

Die individuelle Entwicklung von Kindern, von schulischen Leistungen bis hin zu familiären Bindungen, wird durch regelmäßiges Vorlesen unterstützt. Die Vorlesestudie 2015 weist nun zusätzlich die längerfristige soziale Bedeutung des Vorlesens nach.
 
Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, werden häufiger als fröhlich und selbstbewusst beschrieben als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (93 bzw. 75 Prozent vs. 59 bzw. 44 Prozent). Vorlesen stärkt aber nicht nur die Kinder selbst, sondern auch die sozialen Beziehungen, in denen sie leben. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, sind häufiger darum bemüht, andere zu integrieren, als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (40 vs. 17 Prozent).
 
Mehr als nur Spielkamerad (Quelle: Stiftung Lesen)
Mehr als nur Spielkamerad (Quelle: Stiftung Lesen)
85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, besitzen nach Aussage ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, im Unterschied zu 40 Prozent der übrigen Kinder. Was das für die Gesellschaft insgesamt bedeutet, betonte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Dr. Jörg F. Maas: „Ein Kind mit Gerechtigkeitssinn, das über sein direktes Umfeld hinaus Interesse und Solidarität zeigt, wird sich auch später engagieren - sei es im Ehrenamt oder als Entscheider in einer beruflichen Position.“
 
Die Vorlesestudie ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2015 hat das Feldinstitut Iconkids & Youth vom 30. Juni bis 31. Juli 524 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und ihre Mütter persönlich befragt.
stats