Branche Lust am Lesen bei jungen Zielgruppen ungebrochen

Dienstag, 06. August 2013
Top 10 Zeitschriften 6 bis 13 Jahre (Quelle: KidsVA)
Top 10 Zeitschriften 6 bis 13 Jahre (Quelle: KidsVA)

KidsVerbraucherAnalyse 2013


Bei der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen setzt sich der Trend fort, dass bei ihnen gedruckte und digitale Inhalte nebeneinander Platz finden. So greifen 81 Prozent der 6- bis 13-Jährigen in ihrer Freizeit mindestens einmal wöchentlich zu einem Buch und 82 Prozent zu Zeitschriften. Eine Minderheit von 10 Prozent liest bisher auch elektronische Bücher.

Gedrucktes steht auch bei den Vorschülern hoch im Kurs. Laut Aussagen der Eltern schauen 81 Prozent der 4- und 5-Jährigen mindestens einmal wöchentlich in Bücher oder lassen sich daraus vorlesen und bei Zeitschriften greifen 60 Prozent zu.

Die neuen digitalen Medien erfreuen sich bei den Kindern ebenfalls großer Beliebtheit. Besitz und Nutzung bleiben in diesem Jahr unverändert hoch. So ist der Anteil der Kinder, denen Zuhause der Zugang zu einem Computer gestattet wird, schon seit drei Jahren relativ konstant bei 78 Prozent. Ebenso kann das Internet mit 73 Prozent Nutzern keine weitere Steigerung aufweisen, wobei allerdings bei den Onlinern die Nutzungsintensitäten weiter wachsen. So ist nicht nur die Hälfte der über zehnjährigen Internet-User fast täglich online, sondern auch bei den 6- bis 9-Jährigen sind es schon 10 Prozent.

Der Zugang erfolgt dabei in der Regel über stationäre Computer, denn erst 12 Prozent dürfen einen Tablet-PC nutzen. Doppelt so hoch, mit 25 Prozent, ist der Anteil der Kinder, denen Vater und Mutter erlauben, ein eigenes Smartphone zu besitzen oder das der Eltern zu nutzen. Insgesamt steigt damit die Zahl junger Verwender von Tablets und Smartphones auf 1,76 Mio. (30 Prozent).

Auch schon die Jüngsten im Alter von 4 und 5 Jahren dürfen an den Computer (22 Prozent) und haben bereits Internet-Erfahrungen gesammelt (17 Prozent) Handy bzw. Smartphone sowie Tablet-PC spielen bei ihnen keine Rolle.

Viele neue Medien dienen neben der Kommunikation auch zum Spielen und treten damit verstärkt in Konkurrenz zu rein elektronischen Spielgeräten wie Handhelds und Konsolen. Dennoch bleiben auch hier die Besitzstände hoch. So haben 57 Prozent der Kinder ein eigenes Handheld und in zwei von drei der befragten Haushalte ist eine Konsole vorhanden, die in der Regel der gesamten Familie zur Verfügung steht. Doch klassisches Spielzeug verschwindet deshalb nicht aus den Kinderzimmern wie die weiterhin großen Besitzmengen und gewachsenen Spielwarenwünsche der Kinder beweisen.

Top 10 Zeitschriften 4 bis 5 Jahre (Quelle: KidsVA)
Top 10 Zeitschriften 4 bis 5 Jahre (Quelle: KidsVA)
Die Summe, die den Kindern zur Verfügung steht, hat mit durchschnittlich 27,56 Euro im Monat zum Vorjahr nochmals geringfügig zugenommen (38 Cent). Hinzu kommt Bares an Weihnachten (Ø 80 Euro), zum Geburtstag (Ø 64 Euro) sowie bei einigen auch zu Ostern (Ø 25 Euro). Erstmals erhoben wurde, ob den Kindern zwischendurch etwas Geld zugesteckt wird. Hier sind zwei von drei Großeltern oder andere Verwandte bei Besuchen spendabel, 40 Prozent der Eltern lassen auch mal etwas für gute Schulnoten springen und 23 Prozent bekommen Geld fürs Helfen im Haushalt. Ausgegeben wird das Taschengeld für Süßigkeiten, Zeitschriften sowie Essen und Trinken unterwegs.

Ebenso erhalten schon mehr als die Hälfte der Vorschulkinder (55%) eigenes Taschengeld. Hier sind es durchschnittlich 10,68 Euro im Monat (Vorjahr 14,26 Euro). Spendabel zeigt sich auch der Weihnachtsmann mit 79 Euro, zum Geburtstag gibt es 61 Euro und der Osterhase legt 25 Euro ins Nest. Allerdings ist der Anteil der Kinder, die zu diesen Gelegenheiten Geld bekommen, deutlich geringer als bei den Älteren. Jeder zweite Vorschüler bekommt zudem bei Verwandtschaftsbesuchen etwas zugesteckt, um sich kleine Wünsche zu erfüllen.

Die KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) liefert auch in diesem Jahr einen breiten Überblick über das Medien- und Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 13 Jahren. Mit insgesamt 1.645 Doppel-Interviews (Kind + Erziehungsberechtigter) bildet die Studie eine Grundgesamtheit von 5,92 Millionen Kindern in Deutschland ab. Bereits zum dritten Mal werden die Daten um die repräsentative Preschool-Studie erweitert. Hier geben die Erziehungsberechtigten von 4- und 5-jährigen Vorschulkindern (1,37 Mio.) Auskunft über die Medien- und Konsuminteressen ihres Nachwuchses.
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