Branche Kein Kanzlerbonus für Schröder bei Autofahrern

Donnerstag, 23. Juni 2005

Seit Jahren gilt Gerhard Schröder als Autokanzler. Doch dieser potenzielle Bonus bei Autofahrern, einer wichtigen Zielgruppe bei den anstehenden Neuwahlen im Herbst, scheint verflogen. Autokäufer haben sehr konkrete Vorstellungen, was sie von der künftigen Bundesregierung erwarten. 69,2 Prozent wünschen sich eine Senkung der Mineralölsteuer, 58,9 Prozent eine Senkung der Kfz-Steuer. Die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie (54,7 Prozent), die Einführung innovativer Technologien (47 Prozent) sowie der Ausbau des Straßennetzes (44,4 Prozent) genießen bei den Autokäufern mittlere Priorität. Themen, die für weniger wichtig erachtet werden, sind eine umweltfreundliche Verkehrspolitik (34,7 Prozent), die Einführung einer Pkw-Maut (10,9 Prozent) und ein bundesweites Tempolimit auf Autobahnen (10,7 Prozent). Im Vergleich Schröder-Merkel hat die Kandidatin der Opposition auch bei den wichtigsten Auto-Themen die Nase vorn. Das Zutrauen in die Umsetzung einer positiven Politik nach den Neuwahlen ist in Angela Merkel bei den Themen Steuersenkung und Arbeitsplätze größer, während Schröder die, aus Sicht der Autokäufer eher unwichtigen Themen Umwelt, Pkw-Maut und Tempolimit dominiert. Auch die Auto-Kaufentscheidung wird von der vorgezogenen Bundestagswahl beeinflusst. Acht Prozent der Befragten gaben an, dadurch mehr Geld fürs Auto ausgeben zu wollen, 12,7 Prozent planen deshalb weniger Geld auszugeben. Aufschlussreich ist die Differenzierung in Käuferschichten. Während die Interessenten für Fahrzeuge der Oberkasse, von Geländewagen und Cabriolets zu jenen gehören, die tiefer in die Geldbörse greifen wollen, sind die Kleinwagenkäufer durch die neue politische Situation eher verunsichert.
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