Interview mit Niels Schillewaert, Esomar „Wir müssen lauter schreien“

Montag, 13. November 2017
Marktforschung muss sich bemerkbar machen
Marktforschung muss sich bemerkbar machen
© Pixabay.com

Esomar, der Weltverband der Marktforscher, feiert 70. Geburtstag. Niels Schillewaert ist seit Anfang des Jahres Präsident der Organisation. Er spricht über seine Agenda für diesen Posten.

Welche Position hat Esomar in der Marktforschungsbranche?
Wir sind die wirklich globale Insights Community mit 6000 Mitgliedern aus 130 Ländern. Unsere Mitgliedszahlen sind zuletzt um 17 Prozent gestiegen. Und die Community umfasst die Institute und die Forscher auf der Kundenseite sowie Panelanbieter und andere Dienstleister.

Was sind Ihre Ziele? Was wollen Sie erreichen?
Niels Schillewaert, Esomar- Präsident und Managing Partner sowie Mitbegründer von InSites Consulting in New York
Niels Schillewaert, Esomar- Präsident und Managing Partner sowie Mitbegründer von InSites Consulting in New York (Bild: Esomar)
Wir müssen zum einen den Profit der Organisation erhöhen, um andere Ziele erreichen zu können. Dann möchte ich den Footprint der Marktforschung ausweiten und die Identität stärken. Wir sind nicht gut in der Selbstvermarktung. Das machen unsere Kollegen im Marketing besser. Wir sollten unsere Kompetenz laut deutlich machen. Dann ist der Nachwuchs ein sehr wichtiger Punkt. Wir sollten versuchen, die Data-Scientists in die Branche zu holen, um die Community zu vergrößern.

Wie wird sich die Marktforschungs-Branche international entwickeln?
Ad-hoc-Research ist unter Druck, das höre ich immer wieder von den Kunden. Ich glaube allerdings nicht, dass sie vollkommen verschwinden wird. Jede Forschungsmethode muss sich beweisen und einen zusätzlichen Wert schaffen. Was mit Sicherheit kommt, ist eine andere Art der Kommunikation mit den Teilnehmern. Also neue Tools wie Chats, Robots, Videos, Virtual Reality und Augmented Reality, vielleicht Emojis.

Sie mit der Konferenz in Amsterdam zufrieden? Und wo trifft sich die Branche 2018?
Wir hatten über 1.000 Besucher, 34 Prozent waren Millenials und 23 Prozent betriebliche Marktforscher. Wir hatten viel Technologie-Input, Sessions nur mit Kunden, aber auch Sozialforschung, Wahlforschung, den Hackathon für Data-Nerds und die Young-Esomar-Society für den Nachwuchs. Wir freuen uns auf eine Konferenz in Berlin und auf die Zusammenarbeit mit deutschen Verbänden. Deutschland ist ein wichtiger Markt.

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