Branche Informations- und Kommunikationstechnologie birgt Chancen für Deutschland

Donnerstag, 24. Juni 2004

Deutschland hat das Potenzial, zu einem der weltweit führenden Standorte für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zu werden. Die bedeutendsten Wachstumsimpulse kamen wie im Vorjahr aus dem Bereich der Mobilkommunikation sowie insbesondere von breitbandigen Internet-Technologien. Von allen breitbandigen Internet-Anschlussarten zeigte die DSL-Technologie in den vergangenen Jahren sowohl die höchsten Wachstumsraten als auch die größte Verbreitung insgesamt: Die Zahl der DSL-Anschlüsse stieg im vergangenen Jahr um 79 Prozent auf 64 Millio-nen weltweit. Die Zahl der Breitband-Anschlüsse über alternative Breitband-Technologien wie zum Beispiel das TV-Kabel stiegen mit einer vergleichsweise niedrigen Wachstumsrate von 41 Prozent auf 37 Millionen. China liegt mit über 11 Millionen installierten DSL-Anschlüssen vor Japan mit 10,3 Millionen und den USA mit 9,3 Mil-lionen. Deutschland folgt mit 4,5 Millionen Anschlüssen auf dem fünften Platz hinter Südkorea und ist damit der größte DSL-Markt in Europa. In 2003 nutzten bereits 2,4 Millionen Menschen weltweit UMTS. Japan dominiert zur Zeit den UMTS-Markt mit großem Abstand mit annähernd 1,9 Millionen Nutzern. In Europa weist Italien mit einer Nutzerzahl von über 300.000 derzeit die höchste Verbreitung auf. Vorherrschend sind aber nach wie vor die existierenden Mobilfunkstandards GSM und GPRS, die nach Ansicht der Expertensicht auch zumindest kurzfristig nicht durch UMTS ersetzt werden. Und nicht nur das: Wimax, eine Weiterentwicklung der Wireless LAN-Technologie, die deutlich höhere Reichweiten erlauben soll, könnte in einigen Jahren zu einer ernsten Konkurrenz für UMTS werden. Branchenkenner erwarten bis zum Jahr 2007 mit einer Zunahme der Internet-Nutzer in Westeuropa um 43,2 Prozent. Von den aktuell 190 Millionen Internet-Nutzern in Westeuropa - das entspricht einem Bevölkerungs-anteil von 48,9 Prozent - soll die Zahl der Internet-Nutzer auf 272 Millionen (69,3 Prozent der Bevölkerung) bis 2007 steigen. Innerhalb Westeuropas führt Deutschland mit 45,3 Millionen Internet-Nutzern absolut gesehen vor Großbritannien (35,1 Millionen). Gemessen an der Zahl der Nutzer pro 100 Einwohner rangiert Deutschland nach Skandinavien und Großbritannien mit knapp mehr als 50 Prozent im oberen Mittelfeld und deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt von derzeit 40 Prozent. Dem elektronischen Handel werden nach wie vor unverändert hohe Wachstumsraten bescheinigt. Das Gesamtvolumen des E-Commerce weltweit wird von den Marktforschern für 2003 auf knapp 1,6 Billionen Euro geschätzt. Für 2004 wird mit rund 2,3 Billionen Euro ge-rechnet. Bis 2005 ist ein Wachstum des elektronischen Handelsumsatzes um weitere 50 Prozent auf dann mehr als 3,5 Billionen Euro realistisch. Die Europäische Union sowie Norwegen und die Schweiz sind zusammen genommen der weltweit zweitgrößte E-Commerce-Markt nach den USA. Nach Schätzungen von Experten wurden Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von rund 480 Milliarden Euro in Westeuropa im Jahr 2003 online umgesetzt. Bis 2005 soll sich dieser Wert den Prognosen zufolge auf 1.087 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Gleichzeitig wird der Anteil Westeuropas am gesamten weltweiten E-Commerce-Umsatz von rund 25 Prozent im Jahr 2000 auf über 30 Prozent im Jahr 2005 wachsen. Im Jahr 2003 war Deutschland mit einem E-Commerce-Umsatz von 138,1 Milliarden Euro die mit deutlichem Abstand größte E-Commerce-Nation Europas, gefolgt von Großbritannien mit 84,9 Milliarden Euro und Frankreich mit 65,9 Milliarden Euro. Bis 2007 wird mit einem Anstieg des E-Commerce-Volumens in Deutschland auf über 730 Milliarden Euro gerechnet.
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