Halbjahr GfK setzt auf digitale Angebote

Dienstag, 15. August 2017
Umsatzzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück
Umsatzzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück
© GfK

Erwartungsgemäß sind Umsatz wie Gewinn bei dem Nürnberger Marktforscher erneut gesunken. Neuer Chief Transformation Officer kommt von WMF zur GfK. Neue digitale Angebote sollen klassische, personalintensive Angebote der Ad-hoc-Forschung ersetzen.

Der Gruppenumsatz der GfK ist im ersten Halbjahr 2017 organisch um 1,3 Prozent gesunken. Beide Sektoren liegen gegenüber dem Vorjahr in der organischen Umsatzentwicklung mit jeweils 1,3 Prozent zurück.

Gegenüber dem ersten Quartal (minus 2,7 Prozent) hat das zweite Quartal etwas besser abgeschnitten. Währungseffekte wirkten sich mit plus 0,4 Prozent positiv aus. Insgesamt lag der Umsatz nach sechs Monaten um 1,8 Prozent niedriger als im Vorjahr und erreichte 708,8 Millionen Euro (721,7 Millionen Euro). Infolge der schwachen Umsatzentwicklung in beiden Sektoren verschlechterte sich auch die Marge von 8,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 3,8 Prozent.

Im Sektor Consumer Choices ging der Umsatz organisch um 1,3 Prozent zurück, das Ergebnis sank von 48,6 Millionen Euro auf 26,4 Millionen Euro. Die Marge blieb mit 8,1 Prozent deutlich hinter dem Vorjahreswert von 14,5 Prozent zurück. Dieser Rückgang ist zum ganz überwiegenden Teil auf die Verzögerungen bei den Fernsehforschungsaufträgen in Brasilien und im Königreich Saudi-Arabien zurückzuführen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Der Sektor Consumer Experiences schloss mit einem organischen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent ab. Die eingeleiteten Ressourcen- und Kosteneinsparmaßnahmen konnten diese Entwicklung bislang nicht kompensieren. Daher verringerte sich das Ergebnis und die Marge sank auf 1,8 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent). Im Vergleich zum ersten Quartal hat sich die Marge jedoch leicht um 0,2 Prozentpunkte verbessert.

Das angepasste operative Ergebnis ist auf 3,8 Prozent gesunken und durch Sonderabschreibungen beeinflusst. Es lag im ersten Halbjahr bei 26,9 Millionen Euro. Das waren 54,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Beide Sektoren lagen deutlich unter der Entwicklung des Vorjahres.

Forschung für direkten Datenzugriff

Im Bereich Forschung und Entwicklung konzentriert sich die GfK auf Data Science & Technology. Sie arbeitet an Lösungen, um Kunden schnelle und einfache Wege zum direkten Datenzugriff zu ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Beschleunigung der internen Datenverarbeitung. Die GfK erkunde kontinuierlich das Potenzial neuer Datenpartnerschaften, heißt es in der Mitteilung.

Darüber hinaus überprüfe die GfK ihre Organisationsstruktur, wurde mitgeteilt. Der neue Vorstand um Peter Feld hat im Mai 2017 eine Aktualisierung der Langfristplanung vorgenommen. Demnach werde das Marktumfeld für die GfK auch in der zweiten Jahreshälfte herausfordernd bleiben. Neue digitale Angebote sollen klassische, personalintensive Angebote der Ad-hoc-Forschung ersetzen.

Erwartet werde ein Umsatz leicht unter beziehungsweise auf Vorjahreshöhe und eine AOI-Marge (angepasstes operatives Ergebnis zu Umsatz) unter Vorjahresniveau.  Gelingt es aber nicht, die rückläufige Entwicklung umzukehren, werden Umsatz- und Ergebnisentwicklung deutlich unter der des Vorjahres liegen, heißt es.

Für die wichtigsten Entscheidungen baut CEO Peter Feld neben dem Vorstand auf ein neu gegründetes Executive Leadership Team. Dem gehöre Christoph Erbenich an, der kürzlich als neuer Marketing-Chef geholt wurde. Außerdem hat zu Anfang August Joshua Hubbert als Chief Transformation Officer in Nürnberg begonnen. Der Amerikaner Hubbert kommt wie Feld vom schwäbischen Konsumgüterhersteller WMF, zuvor war er bei der Unternehmensberatung A.T. Kearny.

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