Branche Gesundheitsreform gleich Praxisgebühr ?

Montag, 23. Februar 2004
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Praxisgebühr Gesundheitsreform Finanzierungsregelung


Mit der seit Januar geltenden Gesundheitsreform verbinden die Deutschen vor allem die so genannte Praxisgebühr. Einen Monat nach Einführung der neuen Zuzahlungs- und Finanzierungsregelungen glauben 41 Prozent der Deutschen, dass die Gesundheitsreform ihr bisheriges Verhalten nicht wesentlich verändern wird. Jeder Fünfte reagiert am ehesten mit einer Reduzierung der Häufigkeit seiner Arztbesuche. Sieben Prozent der Deutschen überlegen, die Krankenkasse zu wechseln, sich privat zu versichern oder zumindest eine Zusatzversicherung abzuschließen. Eine gesündere Lebensweise als unmittelbare Konsequenz der Gesundheitsreform ist für 6 Prozent der Deutschen ein Thema. 2 Prozent wollen bewusst in anderen Bereichen sparen, um so mögliche Mehrbelastungen aufzufangen. Die Akzeptanz der jüngsten Reformmaßnahmen im Gesundheitsbereich fällt gering aus. Die Praxisgebühr als der bekanntesten Neuregelung bewertet gerade einmal ein Viertel der Deutschen als eine gute Sache. Unabhängig davon hat die Reformdiskussion im Bewusstsein der Deutschen bereits erkennbare Spuren hinterlassen: Ende 1999 bekundeten nur 33 Prozent, dass sie bereit seien, in Zukunft mehr Geld für seine Gesundheit aus der eigenen Tasche zu bezahlen, gut vier Jahre später erklären sich 46 Prozent in Zukunft zu einer stärkeren Kostenbeteiligung bereit. Damit ist die prinzipielle Akzeptanz einer vermehrt privaten Kostenübernahme im Gesundheitswesen deutlich angewachsen, auch wenn sich mit 51 Prozent weiterhin der größere Teil der Deutschen gegen diesen Gedanken wehrt. Die gestiegene Bereitschaft der Deutschen, mehr Geld privat für Gesundheitszwecke auszugeben, wird von wachsenden Sorgen um das künftige medizinische Versorgungsniveau begleitet. Zwar ist knapp die Hälfte der Meinung, die ärztliche Versorgung fiele für sie in der Zukunft genauso gut aus wie bislang, etwa 45 Prozent aber rechnen mittlerweile mit einer Verschlechterung, nur 2 Prozent mit einer Verbesserung. Ende 1998 glaubte ebenfalls jeder Zweite, das bestehende gute Niveau in der ärztlichen Versorgung bliebe künftig erhalten. Jedoch befürchteten damals nur 37 Prozent eine negative, immerhin jeder Zehnte dagegen erwartete eine positive Entwicklung.
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