Branche Geiz ist (immer noch) geil

Mittwoch, 01. Februar 2006

Die Jagd nach Sonderangeboten und preisreduzierter Ware hat sich in Deutschland zu einem respektablen Volkssport gemausert. Die Einstellungen und Erwartungen unterscheiden sich je nach Warengruppen sehr stark. Absoluter Spitzenreiter in Sachen Schnäppchen sind Textilien und Schuhe: 70 Prozent suchen bei dieser Warengruppe gezielt nach Sonderangeboten und preisreduzierter Ware, dabei liegen Frauen mit einem Wert von 76 Prozent deutlich vor den Männern mit 64 Prozent. Weitere Objekte der Begierde sind Nahrungsmittel (63 Prozent), Heimelektronik (59 Prozent), Haushaltswaren (56 Prozent) und Drogerieartikel (52 Prozent), wobei letztere wie Textilien bei Frauen mit 60 Prozent wesentlich beliebter sind als bei Männern (43 Prozent). Dafür sind Männer stärker fixiert auf Sonderangebote in Sachen Heimelektronik (64 Prozent gegenüber 53 Prozent). Geradezu in paradiesischen Zuständen lebt die Spielzeugbranche: Nur 19 Prozent der Befragten gehen hier gezielt auf Schnäppchensuche. Die Vielzahl der Angebote führt inzwischen dazu, dass Verbraucher bei Sonderangeboten wählerischer geworden sind. Viele machen selbst bei Schnäppchen keine Zugeständnisse. So antwortete auf die Frage, ob sie bei Schnäppchen Kompromisse eingingen nur ein Drittel (33 Prozent) mit Ja, 67 Prozent dagegen mit Nein. Im Normalfall bereuen jedoch die Schnäppchenjäger ihre Käufe preisreduzierter Waren nicht. Käufer von Drogerieartikel-Schnäppchen sind am zufriedensten (mit einem Wert von 83 Prozent Zustimmung). In dieser Kategorie geben auch nur 14 Prozent der Befragten an, grundsätzlich nicht zu Schnäppchen zu greifen. Ähnlich hoch liegen die Werte bei Heimelektronik (80 Prozent Zufriedenheit) und Tonträgern sowie DVDs (82 Prozent Zufriedenheit), die offenbar - dank "Geiz ist Geil"-Kampagnen - auch kaum als Schnäppchen abgelehnt werden. Auch Nahrungsmittel zeigen mit 80 Prozent einen hohen Zufriedenheitswert; hier lehnen 12 Prozent der Konsumenten Schnäppchen ab. Die Lebensmittel-Discounter dürfen bei diesen Werten beruhigt in die Zukunft schauen. Einzig Arzneimittel bilden eine Kategorie, bei der mehr als die Hälfte der Konsumenten (52 Prozent) Sonderangebote ablehnt. Immerhin liegt bei den Käufern der günstigeren Arzneimittel-Alternativen die Zufriedenheit bei immer noch hohen 67 Prozent.
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