Branche Ergebnispräsentation mal anders

Freitag, 04. November 2016

„Let's kill PowerPoint!“ Mit dieser Aufforderung hat Tom de Rujck von InSites Consulting die Zuhörer der Research Plus in München begeistert. Der Weg zu einer anderen Art der Präsentation ist nicht lang und auch nicht steinreich. Man muss ihn einfach gehen. Ein Beispiel von der Swiss Life aus der Schweiz zeigt, wie es gehen kann.
„Was wir viel zu wenig tun, ist zu zeigen, was bei unseren Studien herauskommt.“ Carsten Dieckmann ist Head Strategic Marketing & Branding bei dem Versicherungskonzern Swiss Life in Zürich. Bei seiner jüngsten Studie zum Thema Generationensolidarität, durchgeführt mit über 3.000 Personen aus der Schweiz, aus Deutschland und Frankreich, ist er bei der Darstellung der Ergebnisse und bei der Präsentation andere Wege gegangen.



„Man muss nicht jedes Ergebnis kennen“, erläutert der erfahrene Marktforscher. Auf den Kern reduziert und spielerisch aufbereitet, hat seine jüngste Forschung eine gute Resonanz erzeugt. „Und die Studie wurde dadurch nicht langwieriger und auch nicht wesentlich teurer.“

Schon bei der Konzeption entstand die Idee, die Ergebnisse optisch anders aufzuarbeiten und dadurch besser erfassbar zu machen. Mit einem Grafiker an der Seite entstanden Zeichnungen, die die Aussage des Statements bereits auf den ersten Blick wiedergeben. Der junge Mann hat ein wutrotes Gesicht, die Hosentaschen sind nach außen gekehrt. Das Balkendiagramm am Rand dient nur noch der Ergänzung.



Die 22 Charts sind eine Kombination aus PowerPoint und InDesign-Grafiken, dies dient vor allem der leichteren Verbreitung der Ergebnisse. Bei der internen Präsentation war ein großer Andrang in Zürich.  Der CEO des Versicherungskonzerns hat die Kernergebnisse vorgetragen. Die Aufbereitung mit Bildern erleichterte das Storytelling.

Ein Grund für die starke Resonanz ist sicherlich auch die Aktualität und Brisanz des Themas. Die Solidarität zwischen den Generationen wird in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz diskutiert und Slogans wie „Die Älteren leben auf Kosten der Jüngeren“ werden nicht nur in sozialen Netzwerken gepostet, sondern auch von 52 Prozent der Millennials in diesen Ländern geteilt. Selbst die Babyboomer, die ja kurz vor der Rente stehen, teilen zu 23 Prozent diese Meinung. Lediglich von den bereits im Ruhestand befindlichen Veterans können das nur 14 Prozent unterschreiben.



Dieckmann ist überzeugt, dass die erfolgreiche Verbreitung der Studiendaten mit der Art der Präsentation und der spielerischen Aufbereitung zu tun hat und würde gerne weitere Projekte mit ähnlicher Haptik umsetzen, ob nun mit oder ohne PowerPoint. (hed)

Die Studie wurde im August und September vom LINK Institut durchgeführt. Sie ist repräsentativ und hier abrufbar.
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