Branche Deutschland ist einzigartig - auch in der Mafo

Montag, 12. Dezember 2016
Esomar Generaldirektor Finn Raben (Foto: Esomar)
Esomar Generaldirektor Finn Raben (Foto: Esomar)
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Finn Raben Kodex Deutschland EU


Esomar Generaldirektor Finn Raben erklärt im Gespräch mit planung&analyse, worauf es bei dem Entwurf des neuen Kodex ankommt und warum manche Länder eine ergänzende Erklärung brauchen.

Warum war es notwendig, einen neuen Kodex aufzulegen?
In den vergangenen zehn Jahren ist viel passiert. Es gibt viele neue Datentypen, Methoden und Praktiken, mit denen wir die Informationen analysieren. Diese sollten von einem neuen Kodex abgedeckt werden. Das war der Hauptgrund für die Aktualisierung.

Was ist das Neue im Kodex? Welche Regeln sind dazugekommen?
Nun, die grundlegenden Regeln bleiben die gleichen. Informationen von Personen müssen mit Vorsicht und Respekt behandelt werden und der Person darf kein Schaden widerfahren.
Aber heutzutage werden viele Analysen mit sekundären Daten durchgeführt, die zu einem anderen Zeitpunkt oder über einen anderen Weg gesammelt worden sind.
Wenn Forscher diese Informationen dennoch nutzen wollen, brauchen wir leicht veränderte Verhaltensregeln. Da dies ein wachsender Sektor ist, müssen wir sicherstellen, dass unser Kodex diese Vorgehensweise abdeckt.

Ist für Deutschland und die EU wieder ein Anhang zu dem Esomar Kodex geplant?
Möglicherweise. Der Kodex enthält globale Prinzipien, die gelten überall. Wir arbeiten gerade an einem Annex, damit der Kodex mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung konsistent ist.

Gibt es auch in anderen Ländern besondere Regeln oder braucht nur Deutschland eine Extrawurst?
Deutschland ist in der Tat ein wenig einzigartig. Die lokalen Gesetze sind viel strenger als in anderen Märkten. Mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung wird sich dies natürlich nivellieren.
Da die meisten Unternehmen mittlerweile international tätig sind, müssen wir dafür sorgen, dass die Prinzipien so gut wie möglich auf die internationale Situation zutreffen. Aber wir müssen auch beachten, dass wir die Unterstützung der lokalen Verbände und Partner behalten. Wir müssen sie mit einbeziehen und dafür sorgen, dass sie einverstanden sind, wie der Kodex nach dem lokalen Recht interpretiert wird.

Finn, vielen Dank für das Gespräch


Dieser Beitrag stammt aus

planung&analyse Heft 6/2016
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