Branche Deutsche sehen demografischen Wandel gelassen entgegen

Montag, 30. August 2010
Alterspyramide Deutschland 2010 (Quelle: Proportionen  der  Weltbevölkerung)
Alterspyramide Deutschland 2010 (Quelle: Proportionen der Weltbevölkerung)
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54 % der Deutschen machen sich Sorgen um die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der Welt machen, etwa jeder Dritte (31 %) den Klimawandel als Bedrohung ansieht, aber nur 24 % geben an, sich um die alternde Gesellschaft Gedanken zu machen.
 
Dabei bereiten einige Auswirkungen des demographischen Wandels den Deutschen durchaus Sorgen: Mehr als die Hälfte (54 %) fühlen sich durch die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen gestresst. Die eigene Rolle als Kostentreiber nehmen sie dabei aber offensichtlich nicht wahr. .
Überalterung der Gesellschaft bereitet keine großen Sorgen (Quelle: Philips)
Überalterung der Gesellschaft bereitet keine großen Sorgen (Quelle: Philips)
 

Obwohl mehr als Dreiviertel der Befragten (78 %) angeben, dass sie Arztbesuche nach Möglichkeit vermeiden, sagt knapp die Hälfte der Befragen (44 %), dass sie mindestens ein bis zweimal pro Quartal aufgrund akuter gesundheitlicher Beschwerden zum Arzt gehen. Bei den über 65jährigen sagen dies rund zwei Drittel (64 %). Mit der Vorsorge nehmen es die Befragten weit weniger genau: Nur die Hälfte gibt an, jährlich zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, weitere 16 % alle zwei Jahre. 21 % der Befragten sagen, dass sie niemals irgendwelche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.
   

92 % der Deutschen sagen, dass ihre Gesundheit ganz in ihren eigenen Händen liegt, beziehungsweise das eigene Verhalten einen entscheidenden Unterschied macht. Trotzdem sind die Befragten wenig diszipliniert, wenn es darum geht, in Sachen Gesundheit tatsächlich selbst aktiv zu werden. 59 % geben an, dass sie nicht so viel Sport treiben, wie sie eigentlich sollten und obwohl laut Statistischem Bundesamt 2009 mehr als jeder Zweite Deutsche übergewichtig war, ist gemäß Philips Index nur etwa jeder Dritte (37 %) dieser Meinung. Selbst beim Schlafen lassen die Deutschen Disziplin vermissen: 35 % geben an, dass sie nicht genug schlafen - mehr als die Hälfte von ihnen, weil sie schlicht zu spät ins Bett gehen.
Gesundheit - mit Sport und Ernährung beeinflussbar (Quelle: Philips)
Gesundheit - mit Sport und Ernährung beeinflussbar (Quelle: Philips)

 
Einer der Gründe, warum es die Befragten mit der Sorge um sich selbst nicht so genau nehmen, ist sicherlich das ausgeprägte Vertrauen in die moderne Technik: Dreiviertel der Deutschen (74 %) glauben, dass die Medizintechnik eine entscheidende Rolle dabei hat, ihnen ein längeres Leben zu ermöglichen - nur 7 % stimmen dieser Aussage gar nicht zu. In keinem anderen Lebensbereich wird der Einzug von Technik stärker begrüßt und positiver bewertet als in der Medizin: Mehr als 90 % der Deutschen schätzen die Entwicklungen bei Vorsorge, Diagnose und Behandlung als positiv ein.
 
Trotz ihrer Technikgläubigkeit im medizinischen Bereich möchten nur die wenigsten Deutschen im Voraus über mögliche Krankheiten aufgeklärt werden: Nur 33 % geben an, dass sie schon Jahre voraus würden wissen wollen, ob und wann sie ernsthaft erkranken, wenn dies in Zukunft möglich wäre.
 
Der Philips Index basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung einer Stichprobe von 1.002 erwachsenen Bundesbürgern ab 18 Jahren. Die Studie wurde von Forsa per Telefon vom 15. bis 25 Juni 2010 durchgeführt.
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