Design Research & Design Strategy Conference #4 Der Weg zur Innovation

Freitag, 29. September 2017
Die Veranstaltung fand am 28. September 2017 in Hamburg statt.
Die Veranstaltung fand am 28. September 2017 in Hamburg statt.
© p&a

Die vierte Design Research and Design Strategy Conference (DSDR) hat 110 Teilnehmer nach Hamburg gezogen. Es ging um das Thema Innovationen. Wie kommt man dahin und - vielleicht wichtiger - wie geht man dann damit um.

Eine Innovation ist wie ein Virus im Unternehmen. Aber oftmals ist das Immunsystem stärker. Diese Erfahrung von Markus Durstewitz vom Flugzeugbauer Airbus zeigt schon, der Weg vom Enthusiasmus zur Ernüchterung ist manchmal kurz. Firmen unternehmen große Anstrengungen innovativ zu sein. Wie sie das jeweils anstellen, berichten neben Durstewitz auch David Gram von Lego, Hector Paris Ayala Garcia von Etihad Airways und Nancy Tennant, die ehemals die Innovationsstrategie von Whirlpool verantwortete. Das Unternehmen wandelte sich von einem Hersteller langweiliger weißer Ware zu einem innovativen Unternehmen. Wichtig war hier, der Impuls ging von ganz oben aus, vom CEO der Firma.

Der nächste Schritt ist das Finden und Bündeln innovativer Kräfte. Für Durstewitz gilt dabei die Regel „5 Prozent sind befähigt und 15 Prozent davon machen dann mit“. Der nächste Schritt ist, diesen kreativen Köpfen Zeit und Raum zu geben. Dies ist auch ein Learning von Kevin Bethune, der die Möglichkeiten von BCG Digital Ventures aufzeigt. "Innovationen brauchen Platz".

Methoden und Systematiken spielen dabei immer eine Rolle. Das weiß auch Prof. Marc Gruber von der Ecole Polytechnique Federal de Lausanne. Er hat sich die Innovationskraft von Startups angeschaut und festgestellt, dass 73 Prozent mehr als eine Chance brauchen, um erfolgreich zu werden. Daraus hat er den Market Opportunity Navigator abgeleitet.
David Gram von Lego
David Gram von Lego (Bild: p&a)
Dass auch externe Kräfte mit in einen Innovationsprozess eingebunden werden müssen, macht David Gram von Lego deutlich. Das Unternehmen wollte sich vom ikonischen Lego-Stein verabschieden und stand kurz vor der Pleite. Zum Turnaround geholfen hat unter anderem auch eine Co-Creation-Community mit Kunden und eine starke Fokussierung auf Neuheiten. „Jeden Montag mit einer neuen Hypothese starten“.

Weitere Techniken, um zur Innovation zu kommen, zeigt Geoffrey Hildbrand von mc markt-consult im Workshop „Reframe Validation“. Fünf Regeln wurden dort in Kleingruppen erarbeitet und erkannt. Fokus dabei: „Wie kann ich eine Idee heute testen, die vermutlich erst in 20 Jahren auf den Markt kommen wird?“ Flops und Tops aus der Vergangenheit dienen dabei zur Veranschaulichung.
Geoffrey Hildbrand von mc markt-consult im Workshop "Reframe Validation"
Geoffrey Hildbrand von mc markt-consult im Workshop "Reframe Validation" (Bild: p&a)
Auch der Nachmittag wird mit einem Workshop bereichert. „Rip the Brief“ zeigt anschaulich, dass manche Kunden es sich sehr einfach machen. Kurzes internes Meeting, eine handvoll Ideen und fertig ist das Briefing für den Designer. Was alles fehlt - unter anderem die Frage "Was will eigentlich der Konsument" durch Marktforschung zu entscheiden - und welche Schritte nötig sind, um ein Produkt zu entwickeln, das auch seine Käufer findet, wurde unter Anleitung von Maria Krüger und Alessandro Brandolisio von TOI - Tools of Innovators in Kleingruppen erarbeitet. TOI ist eine Tochter von Indeed, einem Innovationsmanagement spezialisierten Marktforscher aus Hamburg. Indeed hat gemeinsam mit mc markt-consult die DRDS-Conference zum vierten Mal veranstaltet.

Doch wenn alles gelungen ist und die Innovation geschaffen, braucht es noch viel Kraft sie in das Unternehmen einzubinden. Nancy Tennant vergleicht das mit dem schönen Designer-Haus das plötzlich, wenn sich ein Baby ansagt, mit ganz anderen Augen gesehen wird. Und wie das Heim "Baby-Proof" gemacht werden muss, so muss auch ein Unternehmen auf die Tauglichkeit im Umgang mit Innovationen getrimmt werden. Die DRDS hat an diesem Tag einige gute Anregungen dafür gegeben.

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