Branche Banken wollen verstärkt in Privatkunden investieren

Dienstag, 27. Mai 2003
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Krise Privatkunde Insolvenz


Die Krise der Banken dauert an, doch die Ursachen haben sich verschoben. Die schwache Konjunktur treibt die Anzahl der Insolvenzen in die Höhe. Die Banken besinnen sich in der Krise zunehmend auf ihre traditionellen Kernkompetenzen. Neun von zehn Banken wollen bis 2005 das Privatkundengeschäft ausbauen, dagegen will nicht einmal jede zweite in das Investmentbanking investieren. Die befragten Entscheider erwarten vom Privatkundengeschäft die höchsten Gewinne. Sie gehen von einem stark wachsenden Beratungsbedarf der Kunden bei der Zukunftsvorsorge aus. Individuelle Anlageberatung und Finanzplanung, aber auch Altersvorsorgeprodukte treiben die Gewinnerwartung im Privatkundengeschäft in die Höhe. Die gewünschte Individualisierung der Beratung erfordert die Bündelung verschiedener Finanzdienstleistungen. Nur 15 Prozent der Banken tätigen jedoch bis 2005 hohe Investitionen in den Allfinanzbereich. Stattdessen planen sie Kooperationen. Besonders hoch im Kurs stehen Fondsgesellschaften und Finanzdienstleister. 98 Prozent wollen mit ihnen zusammenarbeiten, ähnlich gefragt sind Versicherungen, mit denen 96 Prozent eine Kooperation suchen. Die Zusammenarbeit mit anderen Kreditinstituten streben immerhin noch 92 Prozent an Im Wettbewerb um die Kunden geben 50 Prozent der Befragten eine individuelle Beratung der Kunden als wichtigste Dienstleistung der Banken an. Hier besteht allerdings Nachholbedarf. Kundenbetreuer nutzen im Schnitt nur ein Fünftel ihrer Zeit für die Beratung. Aus Kundensicht bleibt die Bankfiliale wichtiger Bezugspunkt, die Banken müssen jedoch aufgrund des Kostendrucks neue Wege gehen. Zwei Drittel planen unterschiedliche Filialtypen für bestimmte Kunden- und Produktgruppen. Das Internetbanking bleibt eine wichtige Dienstleistung, 38 Prozent gehen hier von einer wachsenden Bedeutung für die Branche aus. Nahezu zwei Drittel der Kreditinstitute planen eine Personalisierung der Web-Angebote. Wichtigster Trend ist jedoch das so genannte Multichannelling: 86 Prozent engagieren sich in der gekoppelten Beratung im Internet und auf einem anderen Vertriebsweg.
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