Branche Bald ist Weihnachten

Freitag, 04. Dezember 2015
Weihnachtsgeschäft im Handel (Quelle: GfK)
Weihnachtsgeschäft im Handel (Quelle: GfK)

Diese Woche haben uns nicht wenige Umfrageergebnisse rund um Weihnachten erreicht: Wer gibt wie viel aus, was wird geschenkt, wird überhaupt geschenkt, welche Geschenke kommen an und wann wird der Baum geschmückt. Hier eine Zusammenschau:

GfK hat analysiert, dass die Deutschen in diesem Jahr an Weihnachten zwar weniger für Geschenke ausgeben möchten als im letzten Jahr, dennoch zeigen sie sich großzügig. Mit 274 Euro fallen die geplanten Ausgaben nur elf Euro niedriger aus als noch im vergangenen Jahr.
Die Hitliste der beliebteste Geschenk führt somit nach wie vor das Buch an (37 Prozent; -6 Prozent). Spielwaren werden am zweithäufigsten auf dem Gabentisch landen. Es folgen Bekleidung und Accessoires, Kosmetikartikel und Parfüm, Gutschein, Bargeld, DVDs, CDs, Ess- und Trinkbares, Abos oder Veranstaltungstickets, Schmuck und Uhren oder eine neue Kaffeemaschine (Umfrage im GfK-Individualpanel unter 4.241 Personen zwischen 14-75 Jahren im Zeitraum 23.10. – 03.11.2015).
Was wird geschenkt? (Quelle: GfK)
Was wird geschenkt? (Quelle: GfK)


Der Digitalverband Bitkom konnte zudem feststellen, dass 84 Prozent der Befragten in diesem Jahr zu Weihnachten Computer- und Videospielen (35 Prozent), aber auch Gutscheine für Online-Dienste und -Shops (34 Prozent), Prepaid-Guthaben (24 Prozent) oder digitale Medien wie CDs und DVDs verschenken werden. Dabei entscheidet sich fast jeder Fünfte (19 Prozent) Filme oder Serien auf DVD beziehungsweise Blu-ray. Vor zwei Jahren waren es 22 Prozent und vor vier Jahren 23 Prozent. Nur noch 16 Prozent wollen Musik-CDs verschenken. Vor zwei Jahren waren es 21 Prozent und vor vier Jahren sogar 26 Prozent der Bundesbürger. Gegenläufig zu den Musik-CDs verläuft dagegen die Entwicklung bei Hörbüchern auf CD. 16 Prozent der Befragten wollen in diesem Jahr zum Fest Hörbuch-CDs verschenken. Im Jahr 2013 waren es 10 Prozent und 2011 nur 7 Prozent. Für die Umfrage hat Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 1.007 Bundesbürger ab 14 Jahren im November 2015 befragt.

Spielwaren hat Schaefer market research Hamburg näher untersucht und dabei online 2.324 Personen ab 14 Jahren befragt, die in den letzten sechs Monaten Spielwaren gekauft haben: Übers Jahr wird mindestens einmal im Jahr Spielzeug gekauft – sei es für die eigenen Kinder, für Enkelkinder oder die Kinder von Freunden. 83 Prozent gehen dafür in ein Spielwaren-Geschäft, 37 Prozent nehmen im Super- oder Verbraucher-Markt ein Spielzeug mit, 26 Prozent beim Discounter. Auf den klassischen Versandhandel greifen dabei 15 Prozent zurück, aber die große Mehrheit (74 Prozent) auf den Online-Handel. Und 23 Prozent werden auch auf dem Flohmarkt fündig.

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© FotoHiero  / pixelio.de
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Doch kommen die ganzen Abos, Bücher und Gutscheine auch gut beim Beschenkten an? Dieser Frage ging Forsa im Auftrag von RaboDirect Deutschland nach. 55 Prozent der Befragten wollen keine Abonnements, zum Beispiel für Zeitschriften, 44 Prozent können auf Dekorationsartikel bzw. Wohnaccessoires verzichten und 38 Prozent auf Kosmetikartikel. Weit oben in der Gunst stehen dagegen Gutscheine – ob für den Lieblingsladen um die Ecke oder das romantische Candle-Light-Dinner für zwei. Auch für Bücher und Selbstgemachtes sind die meisten sehr empfänglich: Nur etwa zehn Prozent der Befragten wünschen sich, davon verschont zu werden.
Ein Patentrezept für das Passende zum Fest ist allerdings auch in dieser Studie nicht gefunden worden: Auf die Frage, was das schlimmste Präsent gewesen sei, das sie bisher zu Weihnachten bekommen hätten, erinnerten sich die Befragten auch an Bücher-Flops wie den schrecklichen Liebesroman von der Schwiegermutter oder die Sammlung „geschmackloser“ Kochrezepte. Besonders hart traf es solche, die zu Weihnachten mit „extrem nützlichen“ Dingen beglückt wurden, wie einem Wischmopp, einem Nasenhaarentferner oder mit Toilettenpapier. Am häufigsten wurde über Kleidungs-Fehltritte berichtet – von den selbst gestrickten Kniestrümpfen über den kratzenden Pulli bis hin zum lilafarbenen Bademantel. Für die Forsa-Erhebung zum Thema „Das neue Sparen“ wurden im Auftrag von RaboDirect Deutschland zwischen 14. und 19. Oktober 2015 insgesamt 1.002 Personen befragt.

Eine TNS-Studie für eBay zeigt nun, dass Männer ziemliche Geschenke-Muffel sind. Jeder zehnte Mann kauft dieses Jahr überhaupt keine Geschenke zu Weihnachten. Stattdessen würde fast jeder fünfte Mann, der Geschenke kauft, lieber Aufgaben im Haushalt übernehmen. Ein Drittel der deutschen Männer sieht keinen Grund, unliebsame Geschenke nicht zu verkaufen. Allerdings gilt auch: Wenn deutsche Männer ihre Partner zu Weihnachten beschenken, sind sie großzügiger als Frauen. Im Durchschnitt geben sie 124 Euro für Geschenke ihrer besseren Hälfte aus, Frauen dagegen investieren mit 84 Euro im Schnitt 40 Euro weniger in die Liebe.
Bekommt man ein Weihnachtsgeschenk und es gefällt einem nicht behalten es 32 Prozent trotzdem aus Höflichkeit. Nur jeder zehnte Deutsche verkauft unliebsame Geschenke. Fast zwei Drittel derer, die ungeliebte Weihnachtsgeschenke verkauft haben, investieren den Verkaufserlös in eigene Wünsche. 42 Prozent sparen das Geld. TNS hat im Auftrag von eBay Personen zwischen 16 und 64 Jahren in Großbritannien, Australien, Kanada, den USA, Frankreich, Irland, Italien, Spanien und Deutschland befragt. In Deutschland wurden 2.108 Menschen befragt, Zeitraum vom 17. bis 28. September 2015.

Was wird geschenkt? (Quelle: GfK)
Was wird geschenkt? (Quelle: GfK)
Für das Thema „Falsche Geschenke“ hat Innofact im Auftrag von FinanceScout24 1.045 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren Mitte November 2015 befragt: Über 77 Prozent der Befragten bekamen schon einmal ein Geschenk, das ihnen nicht gefiel. Rund 41 Prozent haben sich etwas anderes gewünscht. Und 31 Prozent waren unzufrieden, da die schenkende Person hätte wissen müssen, dass das Geschenk unpassend ist. Vor allem Frauen fordern vom Schenkenden dieses Einfühlungsvermögen (Frauen: 35 Prozent, Männer: 26 Prozent). Männer hingegen fanden ihr Geschenk öfter unkreativ als Frauen (31 Prozent zu 24 Prozent).
Je jünger desto anspruchsvoller: 84 Prozent der unter 30-jährigen waren schon einmal mit einem Weihnachtsgeschenk unzufrieden - auch hauptsächlich, weil ihnen das Geschenk zu unkreativ war oder sie sich etwas anderes gewünscht haben.

Die rechte Vorbereitung auf Heilig Abend darf nicht fehlen: So gehört es einfach zur Adventszeit dazu, einen Adventskranz aufzustellen (71 Prozent), Weihnachtsdekoration zu basteln oder aufzuhängen (70 Prozent) oder Plätzchen zu backen (69 Prozent). Auch Adventskalender erfreuen sich großer Beliebtheit – nicht nur bei Kindern, wie GfK bei der Umfrage im GfK-Individualpanel feststellen konnte. Insgesamt geben 65 Prozent der Befragten an, einen aufzustellen. Besonders beliebt sind dabei gekaufte Adventskalender, die mit Schokolade oder Süßigkeiten gefüllt sind (46 Prozent). Einen Adventskalender mit Bildern werden dagegen nur fünf Prozent kaufen. Fast ein Drittel (31 Prozent) legt Wert auf Individualität und bastelt oder gestaltet den Adventskalender selbst.
Bei den Weihnachtsbäumen fällt die Wahl bei 71 Prozent auf die Nordmanntanne. Neun Prozent entscheiden sich für einen künstlichen Baum. 15 Prozent schmücken den Baum erst am 24., doch die meisten (35 Prozent) erledigen dies bereits am 23. Dezember. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) stellen ihn zwei bis sieben Tage vor Weihnachten auf. Fast jeder Siebte (15 Prozent) dekoriert den Baum ein bis zwei Wochen vor Heilig Abend. Und immerhin acht Prozent der Bevölkerung schmücken ihn bereits mehr als zwei Wochen vor dem Fest.

Nähere Informationen zu GfK, Schaefer market research, forsa, TNS und Innofact finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung.
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