Branche Aus „Angstsparern“ werden „Angstkonsumenten"

Dienstag, 19. Februar 2013
© Gerd Altmann  / pixelio.de
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Der private Konsum liefert auch 2013 einen stabilen Beitrag zur Binnenkonjunktur: Laut GfK-Prognose werden die Ausgaben der privaten Haushalte in Deutschland 2013 real um 1,0 Prozent steigen. Angesichts niedriger Zinsen und Befürchtungen um die Zukunft des Euro liegen bei den Verbrauchern werthaltige Anschaffungen im Trend. Für den Handel sind moderate Zuwächse zu erwarten.

Beflügelt durch die positive Lage am Arbeitsmarkt gehen die Deutschen davon aus, dass ihre Einkommen in nächster Zeit steigen werden. Die gefühlte Jobsicherheit gibt den Verbrauchern auch ausreichend Planungssicherheit für größere Anschaffungen. Gleichzeitig sind Spar- und Darlehenszinsen auf historisch niedrigem Niveau. Hiervon profitiert vor allem der Immobilienbereich, der den Verbrauchern als sicherer Hort für ihre Ersparnisse gilt. Laut einer Schätzung des ifo-Instituts stieg die Zahl der Wohnungsbaufertigstellungen im letzten Jahr um rund 17 Prozent an. GfK-Zahlen belegen bei den Ausgaben für Renovierungen ein Plus von rund 7 Prozent. Befürchtungen um die Zukunft des Euros fördern diesen Trend zusätzlich. Aus den früher als „Angstsparern“ bezeichneten Deutschen sind somit teilweise „Angstkonsumenten“ geworden.

Die Aussichten für die Weltwirtschaft sind auch in diesem Jahr noch gedämpft. Für die Europäische Union erwartet das Statistische Bundesamt  eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent. Im Jahr 2012 wurde dagegen ein Rückgang von 0,3 Prozent verzeichnet. Die Gefahr einer anhaltenden Rezession scheint somit gebannt und die deutschen Exporte innerhalb Europas werden sich voraussichtlich nicht weiter abschwächen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt soll 2013 um 0,8 Prozent zulegen, nach 0,7 Prozent Wachstum im letzten Jahr.

Angesichts der verhaltenen Weltwirtschaft kommt der Binnennachfrage eine immer wichtigere Rolle zu. Die realen, also preisbereinigten Ausgaben der Privathaushalte, zeigten bis zur Jahrtausendwende meist deutliche Steigerungsraten. Das letzte Jahrzehnt war hingegen eine Dekade der Stagnation. Zwischen den Jahren 2000 bis 2010 erhöhten sich die Ausgaben der Verbraucher im Schnitt real nur um 0,3 Prozent. Diese Entwicklung scheint seit dem Jahr 2011 gestoppt, in dem der private Konsum real um 1,5 Prozent stieg. Für 2012 zeigen die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes eine Steigerung von 0,8 Prozent und bestätigen damit die GfK-Prognose von 1,0 Prozent weitgehend. Die Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung dieses Trends sind gut. Der deutsche Arbeitsmarkt wird voraussichtlich weiter robust sein und für eine positive Konsumstimmung sorgen. Auch die Lohnentwicklung steht unter  positiven Vorzeichen, bei einer weiterhin moderaten Inflationsrate.

Soweit ein Ausblick der GfK auf den privaten Konsum im Jahr 2013.
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