Strategieplan veröffentlicht GfK will Kosten drücken und Kunden ins Zentrum stellen

Donnerstag, 31. August 2017
Umsatzzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück
Umsatzzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück
© GfK

Der Aufsichtsrat der GfK SE hat heute einem neuen Strategieplan für die GfK SE und die GfK-Gruppe zugestimmt. Digitalisierung soll beschleunigt werden. Finanziert werden soll dies durch eine starke Reduktion der Kosten. Zudem ist eine Zentralisierung der Standorte geplant.

Die Digitalisierung zu beschleunigen ist Kern des vorliegenden Entwurfs eines Strategieplans, den der Aufsichtsrat heute abgesegnet hat. Das Unternehmen soll sich „aus einem anerkannten Datendienstleister zu einem Anbieter analytischer und vorausschauender Produktlösungen zu entwickeln“, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung.

Um die GfK auf die sich verändernden Marktbedingungen einzustellen soll ein Betrag von etwa 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Investiert werden soll insbesondere in Automatisierung, in schnellere Aufbereitung von Informationen und in Zentralisierung verschiedener Geschäftsprozesse. Betont wird, dass etwaige Abfindungszahlungen in dieser geplanten Investitionssumme noch nicht enthalten seien. An dieser Stelle lässt das Unternehmen erstmals durchblicken, dass es eventuell zu Stellenstreichungen kommen könnte.

„Der neue Strategieplan enthält ebenfalls eine deutliche Konsolidierung der nationalen und internationalen Unternehmensstandorte“, heißt es weiter. Die GfK bekennt sich allerdings ausdrücklich zu ihrem Hauptsitz in Nürnberg. Dort wird Ende 2019 eine neue moderne Hauptverwaltung eröffnen, die als Kompetenzzentrum für die Büros der GfK weltweit dienen soll.

Um die Konkurrenzfähigkeit und organisatorische Agilität zu verbessern und die nötigen finanziellen Mittel für diesen Strategieplan zu generieren, plant der Vorstand der GfK, weltweit Kosteneinsparungen in der Größenordnung von 200 Millionen Euro zu realisieren. Diese geplanten Kosteneinsparungen sollen insbesondere eine Optimierung der Sachkosten, eine bessere Kundenorientierung der Organisation sowie eine Fokussierung auf neue Zielsegmente und die Zentralisierung von Geschäftsprozessen umfassen.
„Die geplanten Veränderungen sind jedoch zwingend notwendig, damit wir in die digitale Transformation investieren und uns in einigen Jahren erfolgreich im Markt bewegen können. Wir werden unsere Mitarbeiter näher zusammenbringen, Hierarchien abbauen und den Kunden unsere Expertise länderübergreifend zur Verfügung stellen.“
Peter Feld, CEO GfK
Die Umsetzung der Kosteneinsparungen wird sich über die kommenden zwei Jahre erstrecken. Es ist geplant, einen Betrag in Höhe von ungefähr 20 Prozent der Kosteneinsparungen zusätzlich zu den oben erwähnten Investitionen in neue Funktionalitäten und die Wettbewerbsfähigkeit der GfK zu investieren.
Christoph Erbenich
Christoph Erbenich (Bild: gfK)
"GfK wird sich von nun an uneingeschränkt an den Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden orientieren", so das Versprechen des Unternehmens. Dies soll  durch eine klare Vertriebsaufstellung gelingen, indem den einzelnen Regionen mehr Verantwortung übertragen wird. Zum anderen sollen die Geschäftsbereiche neu aufgestellt und die bisherigen Sektoren Consumer Experiences und Consumer Choices neu geordnet werden. Künftig wird das Geschäft in zwei Teams aufgebaut sein: GfK Digital und GfK Research. Bei GfK Digital wird Christoph D. Erbenich, Chief Marketing and Innovation Officer, mit seinem Team neue Innovationskonzepte entwickeln, die dann durch das Team um den neuen Chief Technology Officer, Benjamin Jones, umgesetzt werden.

GfK Research wird von David Krajicek als CEO verantwortet und konzentriert sich auf bestehende Kernbereiche des Unternehmens. Peter Feld wird neben seiner Aufgabe als CEO das weltweite Geschäft von GfK in den Regionen verantworten. "Mit diesen Maßnahmen stellt der Vorstand das Unternehmen so auf, dass es in Zukunft den veränderten Marktbedingungen erfolgreich begegnen und vertrauensvoll mit seinen Kunden zusammenarbeiten kann", so lässt das Unternehmen wissen.

Ein weiteres Ziel des Transformationsprogramms ist eine agile Organisationsstruktur und ein kultureller Wandel und eine Vereinfachung der  gewachsenen Strukturen. Das Unternehmen soll auf Veränderungen im Markt schneller reagieren.  Geplant ist, die stark dezentrale Struktur anzupassen und sich auf einen Standort pro Land zu konzentrieren. Im Heimatmarkt Deutschland wird GfK seine Expertise überwiegend in der Zentrale in Nürnberg bündeln. 

Jetzt suchen >>
stats