Branche Auch die Jugend von heute kann sparen

Donnerstag, 31. Juli 2003

Die junge Generation entscheidet über gut 20 Prozent der verfügbaren Einkommen der Gesamtbevölkerung. Wer aber wird gemeinhin zur jungen Generation gezählt? Jugendlichkeit hat sich als universale und normative Sozialkulturvorgabe in Deutschland durchgesetzt. Waren ehemals die Phasen Kindheit und Jugend untergeordnete Statuspassagen in das Erwachsenenleben, so hat die Jugendzeit inzwischen einen hohen Eigenwert und eine starke Attraktivität für die Heranwachsenden. Das Erwachsenenalter hat für junge Menschen als Zielwert an Bedeutung verloren, sie wollen möglichst lange Jugendliche bleiben. Jugend als Begriff und Konzept zeigt also Flexibilität. Sie kann kaum mehr als eine Beschreibung des Alters verwendet werden, denn sie beinhaltet vielmehr ein Lebensgefühl. Jugendlichkeit wird sehr subjektiv empfunden. Die Zielgruppe der jungen Generation ist nicht einheitlich. Die weite Altersspanne umfasst sowohl Schüler wie auch Studenten, Jungverdiener und junge Familien mit und ohne Kinder. Entsprechend differenziert ist das Verhalten hinsichtlich Konsum und Sparen sowie hinsichtlich der Einstellungen zu den verschiedenen Finanzdienstleistungen und deren Vertriebswegen. Bemerkenswert ist, dass bereits 30 Prozent der 14- bis 17-Jährigen regelmäßig sparen und 13 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 27 Jahren 5 bis 10.000 EUR auf der hohen Kante haben. Insgesamt sparte die junge Generation 9,8 Prozent ihres verfügbaren Einkommens. Was die Sparmotive anbetrifft, so steht am Anfang die Rücklagenbildung für Eventualfälle. Mit zunehmender Sparfähigkeit und finanzieller Sicherheit tritt der Notgroschen als Sparmotiv dann weitgehend in den Hintergrund, wohingegen nun eher zielgerichtet auf den Erwerb von Konsumgütern des höheren Bedarfs gespart wird. Schließlich gewinnt die eigenverantwortliche Vorsorge für vorhersehbare Zeiten höheren Finanzbedarfs wie beispielsweise für die Altersversorgung immer mehr an Bedeutung.
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