#ueberzeugtuns nicht ARD-Polit-Talk fällt beim Publikum gnadenlos durch

Dienstag, 22. August 2017
Überzeugten nicht: Die Moderatoren Ronja von Rönne und Ingo Zamperoni
Überzeugten nicht: Die Moderatoren Ronja von Rönne und Ingo Zamperoni
Foto: SWR/Carolin Saage

Gut gemeint, schlecht gemacht: Die speziell für junge Zuschauer gedachte ARD-Talkshow "Überzeugt uns" hat bei Zuschauern und Kritikern ein überwiegend negatives Echo hervorgerufen. Neben dem Konzept der Sendung, das Politiker wie Cem Özdemir, Jens Spahn oder Ralf Stegner zu Stichwortgebern machte, bekam vor allem Moderatorin Ronja von Rönne in den sozialen Netzwerken ihr Fett weg. 
Irgendwann platzte Jens Spahn der Kragen: "Ihr könnt hier doch nicht tausend Themen in 90 Minuten abends um 11 pressen", entfuhr es dem CDU-Politiker, als ihm wieder einmal das Wort abgeschnitten wurde. Zu viele Themen, zu wenig Zeit - das war das Hauptproblem von "Überzeugt uns". Die sieben anwesenden Politiker - neben Vertretern der großen Parteien saßen auch CSU-Minister Alexander Dobrindt und Afd-Mann Alexander Gauland an der Theke im Berliner Kesselhaus - wurden zu reinen Stichwortgebern degradiert, die kaum einen Gedanken zu Ende führen konnten.  Viel Kritik prasselte auch auf die Autorin Ronja von Rönne ein, die neben "Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni offenbar vor allem junge Zuschauer ansprechen sollte. Allerdings fand selbst die Zielgruppe den nassforschen Auftritt der Bloggerin reichlich daneben: "Fazit: die junge Generation schämt sich fremd für den Auftritt von Ronja von Rönne. Komplette Fehlbesetzung", twitterte ein Zuschauer.

Auch Jens Spahn meldete sich noch einmal per Twitter zu Wort: "Bin ja noch unentschlossen, ob gerade Parodie auf Journalismus war und richtige Sendung erst noch kommt...", twitterte der CDU-Politiker 
nach der Sendung.
 
 
Aber auch bei professionellen Kritikern kam die Sendung nicht gut an: "Ich guck jetzt nur noch zu, weil ich hoffe, dass die Politiker gleich alle zusammen aus Protest die Show verlassen", twitterte der Medienjournalist Stefan Niggemeier. Für die "Frankfurter Rundschau" war die "Stichwort-Show" schlichtweg ein Desaster, aus Sicht der "Rheinischen Post" geriet die Talkshow zur "Farce". dh

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