Übernahmegerüchte Yahoo soll an CNN und TV-Netzwerk Scripps interessiert sein

Montag, 05. Januar 2015
Yahoos Hauptquartier im kalifornischen Sunnyvale
Yahoos Hauptquartier im kalifornischen Sunnyvale
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Yahoo! Inc. CNN Marissa Mayer


Yahoo könnte das US-Kabelnetzwerk Scripps und den Nachrichtensender CNN kaufen. Das berichtet Business Insider mit Verweis auf Unternehmensquellen. Gesichert seien entsprechende Überlegungen im Konzern. Zu Scripps gehören sieben Kabelsender darunter HGTV, The Food Network und The Travel Channel. Im Verbund könnte Yahoo damit seine Bewegtbildexpertise ausbauen.
Ob es aktuell bereits konkrete Gespräche mit Scripps zu einer Übernahme gibt, ist jedoch unklar. Für den Kauf würde das Portfolio sprechen. Die Sendermarken und Yahoo adressieren mit Frauen zwischen 25 und 35 eine ähnliche Nutzerschaft, analysiert Business Insider. Zudem verfügt das Kabelnetzwerk über relativ zeitlose Inhalte. Kochshows, die 2010 produziert werden, können auch 2015 noch gut ausgestrahlt werden und sind interessante Umfelder für Werbungtreibende. Mit CNN wiederum könnte Yahoo seine Expertise im Nachrichtenbereich erweitern. Im Verbund aus klassischem TV und Online würde zudem das Risiko bei der Produktion von langen Formaten sinken. Werden diese nicht nur online ausgestrahlt, sondern auch auf einem TV-Sender,  lassen sich die Kosten schneller refinanzieren.

Beide Deals wären jedoch keine Schnäppchen. Business Insider geht davon aus, dass der Kauf von Scripps rund 15 Milliarden Dollar kosten würde - eine Summe, die nur dann aufzubringen wäre, wenn die Scripps-Aktionäre Yahoo-Aktien akzeptieren würden statt Bargeld. Die Marktkapitalisierung von Yahoo beträgt derzeit rund 50 Milliarden Dollar - umgerechnet rund 42 Milliarden Euro.

Yahoo-CEO Marissa Mayer
Yahoo-CEO Marissa Mayer (Bild: Yahoo)
Für Yahoo-CEO Marissa Mayer wäre der Deal jedoch eine Möglichkeit, positive Nachrichten zu verbreiten. Die ehemalige Google-Managerin steht derzeit unter Beschuss, weil echte Erfolgsmeldungen bislang ausgeblieben sind. Vergangene Woche hat der Journalist Nicholas Carlson das Buch "Marissa Mayer and the Fight to save Yahoo" veröffentlicht, das mit Mayer hart ins Gericht geht. Der Managerin fehle eine klare Strategie. Der weltweite Marktanteil sei in den vergangenen zwölf Monaten auf nur noch 2,5 Prozent geschrumpft. Zum Vergleich: Google kommt auf 31 Prozent. Zudem habe Mayer sich von den Mitarbeitern entfernt.


Zwar verbucht Yahoo mittlerweile mehr als 1 Milliarde Euro Werbeeinnahmen pro Jahr auf mobilen Geräten - das ist rund ein Viertel des Gesamtumsatzes von 4,2 Milliarden Euro. Allerdings stagniert der Umsatz. Zukäufe wie Tumblr hätten bislang nicht das erhoffte Wachstum gebracht. pap
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