Übernahmegerüchte Springer will angeblich T-Online kaufen

Montag, 22. Dezember 2014
Die Telekom will angeblich ihr Portal T-Online loswerden
Die Telekom will angeblich ihr Portal T-Online loswerden
Foto: Deutsche Telekom

Axel Springer soll sich für die Übernahme von T-Online, Deutschlands reichweitenstärkstem Onlineportal interessieren und mit der Telekom verhandeln. Das berichtet die "Wirtschaftswoche". Das News- und Serviceportal war mit 27,5 Millionen Unique Usern im September Deutschlands reichweitenstärkstes Internetangebot und würde Axel Springer damit auf einen Schlag an die Spitze der Agof-Internetwelt bringen.
Seit geraumer Zeit kursieren zudem Gerüchte, dass Springer sich auch für den Kauf des Telekom-Digitalvermarkters Interactive Media interessiert, der - nicht zuletzt dank T-Online - auf Platz 1 des Vermarkterrankings der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (Agof) steht. Im September zählte Interactive Media 35,72 Unique User Millionen, Axel Springer Media Impact 32,84 Millionen. Würde Springer beides kaufen, würde der Konzern seine Position deutlich verbessern und von Platz 3 auf Platz 1 des Agof-Rankings vorrücken. Im Verbund mit "Welt"- und "Bild"-Gruppe könnten zudem Synergien bei der Erstellung der Inhalte auf T-Online gehoben werden. Telekom-Chef und HORIZONT-Marketing-Mann des Jahres Timotheus Höttges will seinen Konzern auf den Bereich Infrastruktur konzentrieren und verkauft daher seit Monaten Töchter, die nicht mehr zu dieser Ausrichtung passen. Schon beim Verkauf der Scout-Gruppe 2013, die dann für 1,5 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Hellman & Friedman ging, war Springer interessiert. Auch T-Online dürfte kein Schnäppchen sein. Die "Wirtschaftswoche" geht von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag aus. T-Online erwirtschaftete laut Faz.net zuletzt einen Umsatz von 100 Millionen Euro und einen ein- bis zweistelligen Millionengewinn.

Mathias Döpfner
Bild: Axel Springer

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Der Kauf würde zu Springers Strategie passen, das Onlinegeschäft weiter auszubauen. Erst Anfang Dezember hatte der Konzern entscheiden, das Online-Rubrikengeschäft zurück ins Haus zu holen und erhöhte den Anteil an den "Digital Classifieds" von 70 auf 85 Prozent. Die übrigen 15 Prozent hält der Investor General Atlantic. Auch dafür hat Springer eine Option. Springer erzielt mittlerweile die Hälfte des Umsatzes im digitalen Geschäft. In den ersten neun Monaten des Jahres beliefen sich die Werbeerlöse auf 1,3 Milliarden Euro, drei Viertel davon kommen aus dem Digitalbereich, vor allem aus dem Rubrikengeschäft.

Offen ist jedoch auch die Frage, wie das Kartellamt einen solchen Deal bewerten würde. Aus dem Onlinebereich gibt es bislang noch keine prominenten Beispiele dafür, wie die Behörde Zusammenschlüsse dieser Größenordnung sieht. pap
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