Übernahme geplatzt Medienhaus Lensing verzichtet auf Dortmunder Lokalausgaben von "WAZ" und "WR"

Montag, 28. Juli 2014
Funke: Kein Zusammenschluss im Raum Dortmund (Foto: Funke Mediengruppe)
Funke: Kein Zusammenschluss im Raum Dortmund (Foto: Funke Mediengruppe)

Das Medienhaus Lensing wird nicht wie im letzten Oktober angekündigt sieben Lokalausgaben der "Westfälischen Rundschau" ("WR") und der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ") im Raum Dortmund von der Funke Mediengruppe übernehmen. Wie das Bundeskartellamt mitteilt, hat Lensing die entsprechende Anmeldung des Vorhabens zurückgenommen. Zuvor hatte das Bundeskartellamt angekündigt, den Erwerb zu untersagen, da er zu einer Monopolstellung auf dem Leser- und Anzeigenmarkt führe. Der Grund: Die Tageszeitung "Ruhr-Nachrichten" aus dem Hause Lensing ist derzeit noch die einzige Wettbewerberin der sieben Funke-Lokalausgaben - nach der geplanten Übernahme wäre das jedoch hinfällig geworden. "Der Gesetzgeber stellt den Wettbewerb auch auf regionalen Pressemärkten zu Recht unter einen besonderen Schutz. Hier drohte ein regionales Zeitungsmonopol. Wir haben zwar eine sogenannte Sanierungsfusion geprüft, aber im Ergebnis verneint", erläutert Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

In der Anmeldung des Vorhabens hatten Lensing und Funke sich noch auf die Grundsätze der Sanierungsfunktion berufen, die einen Zusammenschluss trotz Monopolbildung erlaubt, wenn bei dem Zielunternehmen die Insolvenz bevorsteht und kein alternativer Erwerber und Wettbewerber existiert. Eine Insolvenznähe der Funke-Lokalausgaben konnte jedoch nicht festgestellt werden. tt
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