"FAZ"-Bericht Axel Springer will offenbar Sport 1 kaufen

Donnerstag, 06. Juli 2017
Axel Springer liebäugelt offenbar mit Sport 1
Axel Springer liebäugelt offenbar mit Sport 1
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Sport 1 Axel Springer Mathias Döpfner FAZ N24 ProSiebenSat.1


Dass Springer-Chef Mathias Döpfner Synergien und Wachstumschancen im TV-Geschäft sieht, ist kein Geheimnis. Bereits 2005 scheiterte die geplante Übernahme von Pro Sieben Sat 1 am Veto des Kartellamts und der Medienaufsicht KEK. 2013 schließlich kaufte der Verlagsriese N24 und legte den Nachrichtensender mit der Welt-Gruppe zusammen. Jetzt könnte der nächste Schritt in Richtung TV-Business folgen. Medienberichten zufolge steht Springer vor der Übernahme von Sport 1.
Wie die "FAZ" unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, verhandelt Axel Springer exklusiv mit Constantin Medien über den Kauf des Sportsenders. Damit wären Sky und Freenet aus dem Rennen. Dem Pay-TV-Riesen und dem Telekommunikationsanbieter wird ebenfalls Interesse an Sport 1 nachgesagt. Sollte der Deal mit Springer scheitern, stünden die beiden Rivalen aber weiter bereit, will die "FAZ" erfahren haben.  Der Verkauf von Sport 1 erfolgt laut "FAZ" aus der Not heraus. Dem Bericht zufolge wird im kommenden April eine Constantin-Schuldverschreibung über 65 Millionen Euro fällig. Ein Darlehen von Unicredit soll schon Ende September auslaufen. Daher braucht das Unternehmen, das im Frühjahr mit einem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Aufsichtsratschef Dieter Hahn und dem ehemaligen Constantin-Vorstandschef Bernhard Burgener über den Verkauf der Filmsparte für Schlagzeilen sorgte, dringend Geld. Sollte der Verkauf von Sport 1 scheitern, könnte das den Fortbestand des Unternehmens gefährden, heißt es im Geschäftsbericht für das Jahr 2016. Dort weist die als Abschlussprüfer engagierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in einem Vermerk darauf hin, dass der "Fortbestand der Gesellschaft durch Risiken bedroht ist" und "vom Abschluss einer geeigneten Anschlussfinanzierung für laufende Finanzeirungsmaßnahmen" abhängig sei.

Eine Bestätigung dafür, dass Constantin exklusiv mit Springer über Sport 1 verhandelt, gibt es bislang nicht. Bei Constantin Medien war bislang niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Eine Springer-Sprecherin bemühte gegenüber HORIZONT Online eine Formulierung, die der Konzern zu solchen Anlässen immer wieder ausgräbt: "Zu Marktspekulationen äußern wir uns nicht". mas
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