Übernahme Axel Springer will Business Insider komplett übernehmen

Dienstag, 22. September 2015
Axel Springer will das Wirtschaftsportal komplett übernehmen
Axel Springer will das Wirtschaftsportal komplett übernehmen
Foto: Screenshot Business Insider

Axel Springer steht offenbar kurz vor der Übernahme des US-Wirtschaftsportals Business Insider. Das berichtet das Techportal Recode. Der Deal solle bereits in den kommenden Wochen über die Bühne gehen.
Das "Manager Magazin" hatte bereits in der vergangenen Woche gemeldet, dass Axel Springer seinen 7-prozentigen Anteil an Business Insider erheblich aufstocken wolle. Laut Recode wird das Wirtschaftsportal dabei mit rund 560 Millionen US-Dollar bewertet. Weder Business Insider noch Axel Springer wollten zu dem Bericht von Recode Stellung nehmen. Axel Springer ist derzeit intensiv auf der Suche nach attraktiven Übernahmezielen. Erst kürzlich scheiterte der Berliner Medienkonzern mit dem Versuch, die "Financial Times" zu kaufen. "Die geplante "FT"-Akquisition war nur die Spitze des Eisbergs", sagte Döpfner dem "Manager Magazin". "Tatsächlich führen wir momentan viele Gespräche zu möglichen Investitionen oder Übernahmen."

Durch eine Reihe von Übernahmen steigen die Preise für attraktive digitale Medienunternehmen derzeit aber rasant. "Business Insider" hat 2013 eigenen Angaben gerade einmal rund 20 Millionen Dollar Umsatz gemacht. 2014 sind die Umsätze laut Gründer Henry Blodget um 70 Prozent gestiegen. Ob das Portal bereits Geld verdient, ist indes unklar: Während Blodget sagte, das Unternehmen sei im zweiten Halbjahr profitabel gewesen, relativierte COO Julie Hansen diese Aussage wenige Monate später. Man sei derzeit nicht profitabel, da man alle Ressourcen in die Expansion stecke.

Springer-Chef Mathias Döpfner hat sich wiederholt sehr optimistisch zur Entwicklung digitaler Medienangebote geäußert: "Aus kleinen Medienangeboten werden sich Gelddruckmaschinen entwickeln, die Reihenfolge ist wie bei Google oder Facebook: erst Reichweite aufbauen, dann monetarisieren", sagte Döpfner dem "Manager Magazin". Noch im Verlauf des Jahres soll auch eine deutsche Version von Business Insider an den Start gehen. dh
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