taz Georg Löwisch wird Nachfolger von Ines Pohl

Donnerstag, 09. Juli 2015
So verabschiedete die "taz" Georg Löwisch 2012
So verabschiedete die "taz" Georg Löwisch 2012
Foto: taz

So schnell wie Ines Pohl die Chefredaktion der "taz" abgegeben hat, so schnell hat die "taz" die Nachfolge geregelt. Der neue Mann an der Spitze wird Georg Löwisch, 41, derzeit noch Textchef des monatlichen Debattenmagazins "Cicero". Mitte September wird er antreten. Der Redaktionsrat hat Löwischs Berufung bereits zugestimmt. Seiner Rückkehr steht damit nichts im Weg.

Der gebürtige Freiburger ist bei der "taz" tief verwurzelt. Bereits Ende der Neunzigerjahre arbeitete er für das Blatt, zunächst frei, dann als Volontär, später als Reporter. Als Ressortleiter begleitete er die Gründung der "sonntaz", die von Anfang an als Zukunftsprojekt galt und der Vorläufer war zur heutigen "taz am Wochenende". 2012 wechselte er zu "Cicero". Die Redaktion des in Berlin ansässigen Ringier-Magazins wurde am heutigen Vormittag über den Wechsel informiert, zeitgleich zur Redaktion der "taz".

Andreas Rüttenauer, der seit April 2014 die Doppelspitze mit Ines Pohl gebildet hatte und seit ihrem Weggang am vergangenen Freitag die Geschäfte führt, scheidet aus der Chefredaktion aus. Der 47-Jährige, den mehr die Verantwortung für die Redaktion als Karrierestreben an die Redaktionsspitze gebracht hatte, wird bei der "taz" eine Art Zukunftswerkstatt aufbauen. Jenseits interner Hierarchien, die bei der "taz" in jüngster Zeit gewachsen sind und nicht gerade konstruktiv zu Proporzdenken und Revierkämpfen geführt hatten, soll Rüttenauer neue, "taz"-typische Projekte und Ideen entwickeln. Daneben wird er wieder Möglichkeit haben, vermehrt für das Sportressort "Leibesübungen" zu schreiben. Mit Löwischs Rückkehr zur "taz" endet das Konstrukt einer Doppelspitze. Die Chefredaktion wird um zwei Stellvertreter – oder besser: Stellvertreterinnen – ergänzt werden. Auch die Leitung des Meinungsressorts gilt es nach Ines Kapperts Weggang neu zu besetzen.

Mit Löwisch bekommt die „taz“ einen thematisch und journalistisch breit aufgestellten Chefredakteur, der die Redaktion, vor allem aber die Redaktionskultur bestens kennt – mit all ihren Vor- und Nachteilen. Seine integrative Art ist das, was die Redaktion derzeit am meisten brauchen dürfte – neben einer klaren, inhaltlichen wie politischen Ausrichtung als das, was die "taz" sein will: eine links-alternative Zeitung. usi

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