taz Chefredakteurin Ines Pohl wechselt zur Deutschen Welle

Freitag, 03. Juli 2015
Ines Pohl verlässt die "taz"
Ines Pohl verlässt die "taz"
Foto: taz

Die "taz" verliert ihre Chefredakteurin: Ines Pohl verlässt die alternative Tageszeitung Ende 2015, um dann als Korrespondentin für die Deutsche Welle aus Washington zu berichten. Dort wird die ehemalige Stipendiantin der Nieman Foundation for Journalism das dreiköpfige Team um Leiter Miodrag Soric verstärken.
"Natürlich gibt es in Deutschland keine andere Zeitung, für die ich lieber arbeiten würde, als für die 'taz'", so Pohl. "Aber nach sechs Jahren als taz-Chefin wird es Zeit für etwas Neues und ich freue mich sehr, wieder als Korrespondentin zu arbeiten und für die DW nach Washington zu gehen." Ihren künftigen Arbeitgeber lobt sie für deren "Internationalität, Innovation und den weltweiten Einsatz für die Pressefreiheit". Besonders die Mögichkeit, "Journalismus in seiner ganzen digitalen und interaktiven Bandbreite zu machen", mache für sie den Reiz der neuen Aufgabe aus.
„Die Deutsche Welle steht wie keine andere deutsche Rundfunkanstalt für Internationalität, Innovation und den weltweiten Einsatz für die Pressefreiheit.“
Ines Pohl
Pohl war seit 2009 Chefredakteurin der "taz" in Berlin. Sie beerbte seinerzeit Bascha Mika, die heute Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau" ist. Seit April besteht die Führung der "taz"-Redaktion aus einer Doppelspitze, die von Pohl und Andreas Rüttenauer gebildet wird. "Wir danken Ines Pohl für sechs auch ökonomisch außerordentlich erfolgreiche Jahre für die taz", teilt der Berliner Verlag mit.

Unter Pohls Ägide wurde bei der Zeitung 2011 das Paid-Content-Modell "taz.zahl.ich" eingeführt, das auf freiwilligen Zahlungen der Leser basiert. Hierfür zählte man im März dieses Jahres 20.000 Abonnenten. Das Modell wurde zu Beginn dieses Jahres um ein freiweilliges Online-Abo erweitert. Die Verkaufte Print-Auflage der "taz" lag im 1. Quartal bei 54.748 Exemplaren, das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein leichtes Minus von 3,89 Prozent.

Pohl, Ines_taz
Bild: taz

Mehr zum Thema

"taz"-Chefredakteure Ines Pohl und Andreas Rüttenauer "Verkaufen eine Haltung, die zur Marke passt"

"Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ines Pohl. Sie ist eine herausragende Journalistin, die sehr gut in unser Team passt", sagt DW-Intendant Peter Limbourg. Programmdirektorin Gerda Meuer ergänzt: "Ihre Arbeit steht für die Werte, die den Journalismus in der Deutschen Welle ausmachen. Ihr Wechsel zur DW ist ein echter Zugewinn und wird unsere USA-Berichterstattung gerade im kommenden Wahlkampf stärken." ire
Meist gelesen
stats