Öffentlich-Rechtliche Verzicht auf Werbung und Sponsoring würde 1,25 Euro kosten

Mittwoch, 29. Januar 2014
Für die ARD ist ein Werbeverzicht kein Thema
Für die ARD ist ein Werbeverzicht kein Thema

Die Debatte um die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist ein echter Dauerbrenner. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) fordert seit Jahren immer wieder eine Einschränkung von Werbung und Sponsoring auf ARD, ZDF und Co. Was das für den Verbraucher bedeuten würde, hat jetzt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ausgerechnet. Laut dem aktuellen KEF-Bericht müssten Beitragszahler bei einem vollständigen Wegfall von Werbung und Sponsoring 1,25 Euro monatlich mehr berappen. Davon entfielen 84 Cent auf die ARD und 41 Cent auf das ZDF.

Dass die Öffentlich-Rechtlichen in absehbarer Zeit tatsächlich Werbung aus ihrem Programm verbannen, ist aber mehr als unwahrscheinlich. ARD-Chef Lutz Marmor hatte erst kürzlich im HORIZONT-Interview erklärt, dass das Erste auch in Zukunft Werbung brauche - und das unter anderem mit der Entlastung der Beitragszahler begründet. Als weiteren Grund nannte er das marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem, zu dem Werbung einfach dazugehöre. "Wenn ein bisschen davon in begrenzter Dosierung auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stattfindet, ist das vertretbar", so Marmor weiter.

Selbst der VPRT ist schon länger von der Maximalforderung des vollständigen Werbeverbots abgerückt und setzt sich im TV-Bereich inzwischen lediglich für eine Reduzierung ein. Tobias Schmid, Vorstandschef des VPRT, hatte erst Ende 2013 eine Halbierung der TV-Werbung angeregt. Bei der aktuellen Finanzlage der öffentlich-rechtlichen Sender sei dies "problemlos möglich", so Schmid damals. Ein Werbeverzicht im öffentlich-rechtlichen Hörfunk würde womöglich sogar die gesamte Mediengattung treffen. Nach Einschätzung der KEF hätte dies auch "erhebliche negative Auswirkungen auf den privaten Hörfunk." mas
Meist gelesen
stats