Öffentlich-Rechtliche Kulturstaatsministerin Grütters fordert mehr Mut zum Risiko bei ARD und ZDF

Dienstag, 06. Januar 2015
Kulturstaatsministerin Monika Grütters
Kulturstaatsministerin Monika Grütters
Foto: CDU/Monika Grütters
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Bei ihrer Programmplanung sollten ARD und ZDF ein wenig mutiger sein, wünscht sich die Kulturstaatsministerin. Für Monika Grütters muss sich nicht immer alles um die Quote drehen. Das ZDF unterstreicht dagegen, dass der Kinofilm beim Sender einen guten Platz hat.

ARD und ZDF sollten nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mutiger sein und mehr Kino- und Dokumentarfilme zeigen. "Die öffentlich-rechtlichen Sender produzieren ja viele gute Kinofilme mit, sie sollten dann auch bessere Sendeplätze bekommen", sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es sei ein gutes Zeichen, dass Christine Strobl, Chefin der ARD-Filmtochter Degeto, nun mehr anspruchsvolle Streifen kaufen und mitproduzieren wolle. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssten und sollten sich angesichts ihres Auftrags nicht immer nur auf die Quote berufen.

Das ZDF betonte dagegen, dass der deutsche Kinofilm einen wichtigen Platz im Sender habe. "Im vergangenen Jahr lief die Reihe 'Deutsches Kino im Zweiten' mit schönem Erfolg", entgegnete ein Sprecher. "Und zwar zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Darüber hinaus engagiert sich der Sender mit Beiträgen zu allen Länderförderungen und in der Filmförderungsanstalt FFA." Das ZDF habe darüber hinaus eine sehr starke Fiction, in der Serie, beim Fernsehfilm oder – wie gerade derzeit bei "Tannbach" zu sehen – bei großen Mehrteilern, "die vieles und Wichtiges zu erzählen haben: unsere eigene Geschichte". Die ARD-Programmdirektion in München wollte sich nicht äußern.

Auch mehr Kurzfilme wünscht sich die Staatsministerin für Kultur und Medien im Programm. Sie seien gerade für viele junge Filmemacher eine Probebühne für größere Produktionen. "Das Gegenargument kenne ich", sagte Grütters. "Die Leute müssen dranbleiben, damit sie nicht wegzappen. Nach den "Tagesthemen" muss man dann zum nächsten spannenden Angebot überleiten", sagte die Kulturstaatsministerin. "Aber wenn zum Beispiel für einen "Tatort" zum x-ten Mal geworben wird, würde ich mir an derselben Stelle auch einmal einen Kurzfilm wünschen."

Insgesamt sei die deutsche Filmwirtschaft gut aufgestellt. Grütters verteidigte die jüngsten Beschlüsse zur Filmförderung des Bundes gegen Kritik aus der Branche. Gegen ursprünglich erhebliche Vorbehalte des Bundesfinanzministeriums habe sie den Deutschen Filmförderfonds mit 50 Millionen Euro in ihrem Etat festgeschrieben. "Das sind 20 Millionen Euro mehr, als in der Finanzplanung festgeschrieben waren." Aus dem Förderinstrument, das vor acht Jahren geschaffen wurde und allmählich auslaufen sollte, sei ein ständiger Fonds geworden.

"Inzwischen hat sich die Filmwirtschaft sehr an die bisherige Form der Unterstützung gewöhnt", sagte Grütters. Allerdings sei es notwendig, dass die geförderten Filme auch ihr Publikum erreichten. Darüber sei sie mit den Förderanstalten in den Ländern und den Produzenten im Gespräch.

Außerdem prüfe Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) eine Unterstützung aus der Mittelstandsförderung. Dies könnte vor allem für die Filmstudios interessant sein, sagte Grütters. dpa

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