Öffentlich-Rechtliche Jugendangebot von ARD und ZDF kommt - WM-Übertragungen sicher

Freitag, 29. Mai 2015
ZDF-Intendant Thomas Bellut
ZDF-Intendant Thomas Bellut
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Das gemeinsame Jugendangebot von ARD und ZDF im Internet ist so gut wie unter Dach und Fach. Nach dem Südwestrundfunk bewilligte nun auch der ZDF-Fernsehrat am Freitag das Konzept, mit dem die Öffentlich-Rechtlichen bei den 14- bis 29-Jährigen punkten wollen. Dem Projekt, das 2016 starten soll, müssen jetzt nur noch die Bundesländer zustimmen.

ZDF-Intendant Thomas Bellut sagte, durch das Internet verändere sich der Nachrichtenkonsum dramatisch. Für die Öffentlich-Rechtlichen führe kein Weg an neuen Netzauftritten vorbei, um auch mehr junge Menschen zu erreichen.

Gleichzeitig versicherte Bellut, durch den neuen FIFA-Skandal sei die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaften in Russland (2018) und Katar (2022) nicht gefährdet. Die Rechte an den Übertragungen seien bereits erworben, Vertragsverhandlungen stünden nicht an, sagte er nach einer Sitzung des ZDF-Fernsehrats in Berlin.

Obwohl es die schweren Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA gibt, muss der Sender laut Bellut im Gespräch mit dem Weltverband bleiben. "Wir wollen das Ereignis haben", das ZDF komme an der FIFA nicht vorbei. Eine Aufklärung der Vorwürfe sei dringend nötig. Das ZDF besitzt gemeinsam mit der ARD die WM-Rechte für Deutschland.

Für das Jugendprojekt sollen nach bisherigem Stand rund 45 Millionen Euro Beitragsgelder bereitgestellt werden. Davon soll die ARD zwei Drittel tragen. Der für die ARD zuständige Südwestrundfunk (SWR) hatte dem Jugendkonzept bereits zugestimmt.

Das Angebot mit Information, Fiction und Comedy soll nicht nur auf der Website zu finden sein, sondern auch auf Plattformen wie YouTube oder Facebook. Damit hoffe er auch auf ein "Verjüngungseffekt" für den ganzen Sender, sagte Bellut. Junge Leute suchten nicht gezielt nach öffentlich-rechtlichen Angeboten. "Darum müssen wir auch dort präsent sein, wo die Nutzer sind", sagte Bellut.

ARD und ZDF hatten ursprünglich einen Auftritt in Fernsehen, Radio und im Netz geplant. Dagegen hatte es aber in einigen Bundesländern Widerstand gegeben. Für das neue Online-Angebot werden der ARD-Digitalkanal EinsPlus sowie ZDFkultur eingestellt. dpa

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