Öffentlich-Rechtliche Europäische Rundfunkanstalten wollen enger zusammenarbeiten

Freitag, 11. September 2015
Plädiert für einen noch stärkeren Nachrichtenaustausch unter den europäischen Rundfunkanstalten: Lutz Marmor
Plädiert für einen noch stärkeren Nachrichtenaustausch unter den europäischen Rundfunkanstalten: Lutz Marmor

Youtube, Netflix und andere Plattformen machen den öffentlich-rechtlichen Sendern die Jugend streitig. Doch bisher behaupten sich die klassischen Rundfunkanbieter. Sie besinnen sich auf ihre gemeinsamen Stärken und wollen Neues ausprobieren.
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter in Europa wollen ihre Zusammenarbeit verstärken. "Was wirklich gut funktioniert, ist der internationale Nachrichtenaustausch. Da kann man mehr machen", sagte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor am Donnerstag beim Branchentreffen "Public Broadcasters International" in München. Die Sender der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sollten noch häufiger gemeinsam Quellen prüfen. Die EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre wies auf den Erfolg des Eurovision Song Contests hin. Fast 200 Millionen Zuschauer sahen zuletzt den jährlichen Musikwettbewerb, der eine gemeinsame Produktion der EBU ist. "Es ist ein großer Erfolg, und ich denke, wir könnten mehr davon machen", sagte Deltenre. Musikdienste wie Spotify und Online-Videotheken wie Netflix verdrängten das Fernsehen und Radio nicht, sondern ergänzten es.

Nach Ansicht von Ulrich Wilhelm, dem Intendanten des Bayerischen Rundfunks (BR), wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr denn je zur Orientierung benötigt. Dies zeige die Berichterstattung über die Flüchtlingskrise: "In Situationen wie dieser sind wir im Kern dessen, worum es beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht. Wann immer etwas von solcher Dimension passiert (...), schauen die Menschen auf uns, um zuverlässige Informationen und Hintergrund zu bekommen."

Die Präsidentin der nicht-kommerziellen amerikanischen TV-Senderkette PBS, Paula Kerger, empfahl den 220 Konferenzteilnehmern mehr Kooperationen mit der Videoplattform Youtube. Dort gebe es gute Angebote, die staatliche Sender für junge Zuschauer attraktiver machen könnten. dpa
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