eMarketer Axel Springer übernimmt Mehrheit an US-Marktforscher

Freitag, 10. Juni 2016
Springer-Chef Mathias Döpfner kauft weiter ein
Springer-Chef Mathias Döpfner kauft weiter ein
Foto: Axel Springer

Axel Springer erwirbt einen Mehrheitsanteil an dem US-Marktforschungsunternehmen eMarketer. Der Berliner Medienkonzern hält künftig 93 Prozent an dem New Yorker Unternehmen und bezahlt dafür umgerechnet 213 Millionen Euro. Mit dem Angebot von eMarketer will Springer das Portfolio im Bereich Wirtschaftsberichterstattung und bei Bezahlangeboten ausbauen.
eMarkter verbindet Marktforschung und Nachrichten aus den Bereichen digitales Marketing und digitaler Vertrieb bzw. Trends. Ein Gutteil des Angebots ist bezahlpflichtig. Nach Angaben von Axel Springer haben mehr als 1.000 Unternehmen die Services von eMarketer abonniert. Die Abo-Angebote tragen demnach 81 Prozent zu den Erlösen des Unternehmens bei. Diese beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf 45,5 Millionen US-Dollar (umgerechnet 40 Millionen Euro), das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 13,5 Millionen Dollar (11,9 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2016 rechnet eMarketer mit einem Umsatz von 53 Millionen Dollar und einem EBITDA von 18,5 Millionen Dollar. "Da sich mehr und mehr Branchen der Herausforderung der Digitalisierung stellen, wird es immer wichtiger, relevante Marktinformationen auf intelligente Weise zu generieren, zu verarbeiten und zu präsentieren", sagt Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner. eMarketer sei "bestens aufgestellt, um von diesen Marktentwicklungen zu profitieren". Zudem passe das Angebot gut zur Strategie, die Aktivitäten auf dem US-Markt und bei Bezahlangeboten auszubauen. Nicht zuletzt könnten sich Synergien mit den Online-Portalen Politico und Business Insider ergeben, an denen Springer ebenfalls beteiligt ist, im Falle von Business Insider mehrheitlich. "Die überzeugenden Wachstums- und Gewinnperspektiven für eMarketer machen diese Transaktion zu einem weiteren Baustein in der erfolgreichen digitalen Transformation von Axel Springer", so Döpfner.
Blick auf die Axel-Springer-Zentrale
Bild: Axel Springer

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Die beiden Mitgründer von eMarketer, CEO Terry Chabrowe und Chief Innovation Officer Geoff Ramsey, werden die restlichen rund sieben Prozent der Anteile behalten. Laut Springer werden sie "dem Unternehmen langfristig verbunden sein und ihre Funktionen weiterhin ausüben". "Mit ihrer digitalen und strategischen Vision ist die Axel Springer SE der ideale Partner für die nächste Wachstumsstufe von eMarketer", so Chabrowe. "Genauso wichtig: Die kulturelle Übereinstimmung zwischen den beiden Unternehmen entspricht dem, wovon wir geträumt haben, als wir uns auf die Suche nach der richtigen Heimat für unser Unternehmen gemacht haben."

eMarketer wurde 1996 gegründet und beschäftigt mehr als 180 Mitarbeiter. Hauptsitz des Unternehmens ist New York, der europäische Markt wird von London aus bearbeitet. 
Axel Springer wird die Übernahme aus bestehenden Kreditlinien finanzieren. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. ire 
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