#bedforawayfans Wie der BVB Twitter zum Krisenmanagement einsetzte

Mittwoch, 12. April 2017
Twitter-Nutzer Vespafoto beherbergte am Dienstag vier Monaco-Fans
Twitter-Nutzer Vespafoto beherbergte am Dienstag vier Monaco-Fans
© twitter.com/vespafoto

Nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am gestrigen Abend hat der Verein anschließend vorbildlich reagiert: Der BVB informierte auf Twitter nicht nur regelmäßig über neue Entwicklungen - er verhalf den Auswärtsfans aus Monaco auch zu Übernachtungsmöglichkeiten.
Gegen 19.15 Uhr am Dienstagabend explodierten in der Nähe des Dortmunder Mannschaftsbusses, der gerade das Teamquartier verlassen hatte, drei Sprengsätze. Der Bus wurde dabei stark beschädigt, sowohl ein Polizist als auch BVB-Verteidiger Marc Bartra wurden dabei verletzt, Bartra sogar so schwer, dass er noch in der Nacht operiert werden musste. Die Polizei geht derzeit von einem "gezielten Anschlag" aus.
Klar, dass nach diesem Ereignis das für 20.45 Uhr angesetzte Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco aus Frankreich nicht mehr angepfiffen werden konnte. Die Uefa setzte als neuen Termin den heutigen Mittwoch um 18.45 Uhr an - der enge Terminkalender der Profi-Teams lässt kaum keine längere Pause zu. Viele Monaco-Fans hatten allerdings geplant, nach dem Spiel wieder abzureisen. Wollen sie das Spiel heute sehen, brauchten sie Übernachtungsmöglichkeiten.

Der BVB erkannte das Problem schnell - und reagierte vorbildlich: "Liebe Fans von Monaco! Wenn ihr Unterkunft in Dortmund braucht, checkt #bedforawayfans", schrieb der Verein auf Twitter und griff damit eine Idee auf, die bereits zuvor von Fans eingebracht worden war.
Der Aufruf verfehlte seine Wirkung nicht. Seit gestern Abend twitterten zahlreiche Dortmund-Fans Bilder, die sie gemeinsam am Tisch mit Fans der Monegassen zeigen. Besonders der Tweet von Nutzer Vespafoto erzielte mit mehr als 12.000 Retweets und fast 20.000 Likes eine hohe Reichweite. Die ganze Geschichte von Stefan Kilmer alias Vespafoto und seinen vier französischen Gästen hat die "WAZ" aufgeschrieben.
Der AS Monaco bedankte sich mit einem Tweet auf Deutsch: 
Auch abgesehen von der sponaten Hilfsaktion legte der BVB ein vorbildliches Krisenmanagement an den Tag: Wie ein Fan auf handelsblatt.com berichtet, gelang es dem Verein, eine Panik oder größere Unruhe im Stadion zu vermeiden. Zudem nutzten die Dortmunder die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke weidlich aus. Vor allem auf Twitter informierte der BVB über neue Entwicklungen sowie Rückgabemöglichkeiten bereits gebuchter Tickets und retweetete zudem Meldungen der Polizei und anderer Medien.
Für die spontane Organisation von Übernachtungs-Möglichkeiten gibt es ein weiteres Beispiel aus dem vergangenen Jahr: Nach dem Amoklauf eines 19-Jährigen in München boten zahlreiche Twitter-Nutzer unter dem Hashtag #OpenDoorMunich Unterschlupf für Menschen an, die nach dem Anschlag in der Stadt festsaßen. ire


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