Zuschauermarktanteile 2014 Fußball-WM und Fragmentierung machen den Privaten zu schaffen

Freitag, 02. Januar 2015
Die Fußball-WM in Brasilien lieferte im Sommer die größten TV-Highlights
Die Fußball-WM in Brasilien lieferte im Sommer die größten TV-Highlights
Foto: Tiero/Fotolia

Die großen privaten Sender müssen 2014 erneut Verluste bei den Zuschauermarktanteilen hinnehmen. Die Fußball-Weltmeisterschaft, die auf ARD und ZDF übertragen wurde, kosten die Sender Prozentpunkte. Auch die Fragmentierung nagt weiter an den Quoten. Reichweitenstärkster Sender im Gesamtpublikum bleibt das ZDF. Mit 13,3 Prozent konnte der öffentlich-rechtliche Kanal im Vergleich zu 2012 noch einmal zulegen.
Wie das ZDF profitiert auch die ARD von der Übertragung der Weltmeisterschaftsspiele und legt von 12,1 auf 12,5 Prozentpunkte zu. RTL muss dagegen ein weiteres Minus hinnehmen und verliert - wie schon 2013 - einen Prozentpunkt. Die Kölner bleiben mit 10,3 Prozent damit gerade noch zweistellig bei den ab 3-Jährigen. Der Abwärtstrend konnte jedoch auch 2013 nicht gestoppt werden. Sat 1 ist mit 8,1 Prozent dagegen nahezu stabil. Pro Sieben verliert ebenfalls nur leicht - allerdings auf geringerem Niveau - und landet bei 5,5 Prozent im Gesamtpublikum. Deutlich besser sieht es für die beiden Münchner in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen aus. Pro Sieben verliert 0,4 Prozentpunkte und liegt damit bei 11 Prozent. Sat 1 hat es auch  2014 nicht geschafft, wieder zweistellig zu werden und landet bei 9,2 Prozent. Allerdings ist der Trend im 4. Quartal deutlich positiver. Im Oktober, November und Dezember lag der Sender jedes Mal bei 9,8 Prozent Marktanteil. RTL behauptet zwar die Marktführerschaft bei den Jüngeren, verliert aber auch hier erneut deutlich und schließt 2014 mit nur noch 13,4 Prozent ab - nach 14,5 Prozent in 2013 und 15,9 in 2012.

Die Marktanteile der TV-Sender bei den 14- bis 49-Jährigen
Die Marktanteile der TV-Sender bei den 14- bis 49-Jährigen (Bild: HORIZONT/Datawrapper)
In den Sendern der 3. Generation gibt es ebenfalls wenig Grund zur Freude. Im Gesamtpublikum verlieren sowohl Vox (2014: 5,3 Prozent), als auch RTL 2 (3,9 Prozent) und Kabel Eins (3,8 Prozent). Auch bei den 14- bis 49-Jährigen geht es für die Sender abwärts - und zwar auch für RTL 2, das in den vergangenen Jahren dank Formaten wie "Berlin Tag & Nacht" und "Köln 50667" deutlich zulegen konnte. RTL 2 kommt auf 6,3 Prozent (2013: 6,8), Kabel Eins auf 5,5 Prozent (5,6) und Vox auf 6,9 Prozent (7,6).

Der allgemeine Negativtrend geht jedoch nicht zur auf das Konto der WM, darin spiegelt sich auch die anhaltende Fragmentierung im Free-TV-Markt und in geringerem Maße auch die veränderte Mediennutzung wieder. Mittlerweile sind in Deutschland im Schnitt über 80 Sender frei empfangbar. Die großen Gruppen Pro Sieben Sat1 und die Mediengruppe RTL Deutschland haben darauf mit der Gründung eigener Beiboote reagiert. Auch die öffentlich-rechtlichen - allen voran das ZDF - haben mit Spartensendern nachgelegt.

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Die kleinen Sender sind neben ARD und ZDF denn auch die Gewinner 2014. Der eher männliche Kanal RTL Nitro legt im Gesamtpublikum von 0,7 auf 1,3 Prozent zu, was den Sender zu einem der erfolgreichsten Starts des Jahrzehnts machen dürfte. Dmax wächst leicht auf 1,0 Prozent, der Frauensender Sixx um 0,1 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent Marktanteil. Bei den 14- bis 49-Jährigen können die Spartenkanäle zum Teil noch stärker wachsen. RTL Nitro verdoppelt auch hier den Marktanteil auf 1,5 Prozent. Sixx legt um 0,2 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent zu, Dmax ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte auf 1,8 Prozent. Sat 1 Gold wächst um 0,4 Punkte auf 0,7 Prozent. Unterm Strich helfen die kleinen Kanäle damit den großen Sendergruppen, ihre Gruppen-Marktanteile hoch zu halten.

Starke Bewegungen gab es 2014 auch im Kindermarkt. Mit dem Disney Channel hat am 17. Januar 2014 ein neuer Player den Markt betreten. Im Jahresschnitt kam Super RTL bei den 3- bis 13-Jährigen in der relevanten Zeitschiene zwischen 6 und 20.15 Uhr auf 19,9 Prozent (2013: 20,4 Prozent) und konnte die Marktführerschaft damit verteidigen. Der öffentlich-rechtliche Kika liegt bei 19,8 Prozent (2013:15,8 Prozent). Nickelodeon erreichte 9,8 Prozent (2013: 8,6 Prozent), Disney 8,2 Prozent.

Relativ stabil haben sich die Marktanteile der Nachrichtensender entwickelt. N-TV und N24 kommen auf 1 Prozent im Gesamtpublikum, bei den 14- bis 49-Jährigen liegt N24 bei 1,2 Prozent, N-TV bei 1 Prozent. pap
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