Zum EM-Auftakt Facebook rollt Twitter-Konkurrent "Sports Stadium" aus

Samstag, 11. Juni 2016
Tore werden mit kurzen Video-Sequenzen vermeldet
Tore werden mit kurzen Video-Sequenzen vermeldet
Foto: Screenshot Facebook

Der eine oder andere Nutzer wird es gestern bei der Auftaktpartie der Fußball-Europameisterschaft registriert haben: Facebook macht den Bereich Sports Stadium nun auch in Deutschland verfügbar. Dort werden Inhalte zu Sportveranstaltungen gebündelt, wie etwa Beiträge von Freunden oder Experten und Statistiken zu einem Fußballspiel.
Facebook hatte den Launch der Sport-App zum Jahresbeginn verkündet. Zunächst startete Sports Stadium nur in den USA, wo es im Rahmen von Football-Spielen getestet wurde. Mit 650 Millionen Sport-Fans sei Facebook das größte Stadion der Welt, schrieb Product Manager Steve Kafka seinerzeit in einem offiziellen Blogbeitrag. Ende Mai gab es erste Berichte, dass Sports Stadium auch in Frankreich starten werde. Nun ist der Launch offenbar zeitgleich mit dem Start der EM erfolgt - und zwar nicht nur in Frankreich, sondern offensichtlich auch in anderen Märkten. Wer auf seinem Smartphone in der Facebook-App nach "France vs. Romania" sucht, bekommt das Spiel als Sportveranstaltung vorgeschlagen. Dort finden sich dann Informationen und News zum Spiel, die in vier Bereiche untergliedert sind: Startseite, Freunde, Highlights und Statistiken.
Ein Teil von Facebook Sports Stadium: Spiel Highlights als einzelne Posts
Ein Teil von Facebook Sports Stadium: Spiel Highlights als einzelne Posts (Bild: Screenshot Facebook)
In den einzelnen Sektionen findet man Beiträge von Freunden und deren Kommentare zu dem Spiel, sowie Posts von offiziellen Seiten, in diesem Fall von der Uefa sowie der französischen und der rumänischen Nationalmannschaft. Laut Facebook soll jeder Nutzer die Inhalte sehen, die für ihn am relevantesten sind. Highlights wie die Tore des Spiels werden mit kurzen Video-Sequenzen dargestellt - allerdings ohne Spielszenen. Facebook besitzt nämlich keine Übertragungsrechte. Auch detaillierte Statistiken wie Torschüsse, Ballbesitz und Fouls bietet Facebook Sports Stadium. Zudem können Nutzer den besten Spieler der Partie wählen.
Tore werden mit kurzen Video-Sequenzen vermeldet
Tore werden mit kurzen Video-Sequenzen vermeldet (Bild: Screenshot Facebook)
Das Feature ist ein klarer Angriff auf Twitter, das als digitaler Treffpunkt Nummer 1 für Sportfans gilt. Besonders die Echtzeit-Komponente ist ein großes Plus des 140-Zeichen-Dienstes und wird von den Nutzern entsprechend geschätzt. Facebook sortiert die Inhalte im Sports Stadium auch per Algorithmus - doch das soziale Netzwerk hat Twitter etwas anderes voraus: Eine viel größere Nutzerzahl.
Auch umfangreiche Statistiken gehören zu Sports Stadium
Auch umfangreiche Statistiken gehören zu Sports Stadium (Bild: Screenshot Facebook)
Der Zwitscherdienst ist allerdings in einem anderen Bereich noch etwas weiter: Twitter hat kürzlich einen Rechtedeal mit der National Football League in den USA eingetütet und darf damit Live-Bewegtbilder auf seiner eigenen Plattform zeigen. Auch auf Facebook wurden bereits erste Sportveranstaltungen live übertragen, zudem intensiviert das Unternehmen sein Enagegement in E-Sports.

Aber will Facebook in Sachen Sport die nächste Entwicklungsstufe erklimmen, sollte CEO Zuckerberg möglicherweise auch über den Einkauf eigener Rechte nachdenken.

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