Zuckerberg als Totengräber der Medien Mathias Müller von Blumencrons Attacke auf Facebook

Donnerstag, 11. Juni 2015
Sieht Facebook als Bedrohung: "FAZ"-Onlinechef Mathias Müller von Blumencron
Sieht Facebook als Bedrohung: "FAZ"-Onlinechef Mathias Müller von Blumencron
Foto: Hans-Jürgen Hermann

Dass Mathias Müller von Blumencron nicht zu den größten Fans von Facebook gehört, ist bekannt. Der "FAZ"-Online-Chef hat sich nicht umsonst bislang geweigert, beim umstrittenen Instant-Articles-Experiment des Social Networks mitzumachen. Schon im HORIZONT-Interview Mitte April sah er bei dem Konzern von Mark Zuckerberg eine "gefährlichen Ballung von Macht". Für wie gefährlich Blumencron Facebook tatsächlich hält, wurde heute beim Medienforum NRW in Köln deutlich.
Aus Sicht von Mathias Müller von Blumencron wird Facebook zusehends zu einer Gefahr für die Medien. Möglicherweise beginne gerade die "radikalste Attacke auf die Medienwelt, wie wir sie kennen", sagte der Chefredakteur der digitalen Produkte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und frühere "Spiegel"-Chefredakteur am Donnerstag beim Medienforum NRW in Köln. "Wir könnten Zeugen sein, wie riesige hochprofitable Konzerne mit ihren unendlichen Profiten aufbrechen, um das zu tun, was bisher eigentlich der medialen Welt, wie wir sie kennen, vorbehalten war, und faktisch und genuin selbst zu Medien zu werden." Man habe Facebook als Interaktionskanal kennengelernt. "Nun plötzlich werden wir aufgefordert, für Facebook direkt zu produzieren, zu einer verlängerten Werkbank von Facebook zu werden."
„Nun plötzlich werden wir aufgefordert, für Facebook direkt zu produzieren, zu einer verlängerten Werkbank von Facebook zu werden.“
Mathias Müller von Blumencron
Das Netzwerk sei für die Medien sowohl Partner wie auch "sehr, sehr gefährlicher Gegner", sagte der Online-Journalist. "Was wir sehen können, ist, dass 1,4 Milliarden Menschen eine Plattform zu einem mehr oder weniger zentralen Teil ihres Lebens gemacht haben, die von einem Menschen an der Spitze gesteuert wird", nämlich Mark Zuckerberg. "Niemand ist bisher so nahe an uns herangekommen." Blumencron betonte: "Soziale Plattformen kennen keine Redakteure, sie kennen nur Programmierer, sie kennen nur Algorithmen." mas/dpa

Social Media

Ob und in welcher Intensität Social Media genutzt werden soll, ist einer der Schwerpunktthemen der HORIZONT Digital Days am 13. Und 14. Juli in Berlin. Am ersten Tag beschäftigen sich Redner wie Christoph Bornschein, Torben, Lucas und die gelbe Gefahr, Marc Sasserath, Sasserath Munzinger Plus, Thomas de Buhr, Twitter, Klaus Goldhammer, Goldmedia, Matthias Schäfer, Interone, Benedikt Schaumann, Nestlé, Philiüüe Bernecker, Divimove und Nicolas Lindken alias Tense, worauf es bei Sozialen Netzwerken wirklich ankommt. Der zweite Konferenztag ist ein Learning Day: Andreas Bersch, Gründer Futurebiz, untersucht die Erfolgsfaktoren für Marketing auf Facebook, Instagram und Pinterest. Wer wissen will, worauf es im Digitalbusiness ankommt, darf die HORIZONT Digital Days nicht versäumen. Weitere Infos und Anmeldung unter http://www.conferencegroup.de/digital15
Meist gelesen
stats