Zenith-Studie Weltweiter Medienkonsum bald zu über einem Viertel mobil

Mittwoch, 31. Mai 2017
Dirk Lux, Zenith
Dirk Lux, Zenith
© Publicis

Im Jahr 2017 werden bereits 71 Prozent der weltweiten Internetnutzung auf Mobile entfallen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Media Consumption Forecast" von Zenith. Und auch der Anteil des mobilen Internet an der gesamten Mediennutzung steigt und steigt: Schon 2019 werden Zenith zufolge 26 Prozent des weltweiten Medienkonsums im mobilen Internet stattfinden - im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 19 Prozent.
In zwei Jahren werden die Menschen demnach im Schnitt 122 Minuten pro Tag mit mobilen Browsern und Apps verbringen. 2010 waren es gerade einmal 10 Minuten am Tag. Die Regionen mit den höchsten Zuwachsraten bei der mobilen Internetnutzung sind laut Zenith Nordamerika, wo 76 Prozent der Internetnutzung mobil erfolgen, und der Asien-Pazifik-Raum (75 Prozent).
Insgesamt wuchs der mobile Internetkonsum zwischen 2010 und 2016 um durchschnittlich 44 Prozent. Doch das Wachstum flacht durch die immer stärkere Durchdringung des mobilen Internets deutlich ab: 2016 stieg die mobile Internetnutzung um 25 Prozent, ein Jahr zuvor lag das Wachstum noch bei 43 Prozent. Für 2017 erwartet Zenith ein Wachstum von 17 Prozent.

Unter der zunehmenden Internet-Nutzung leiden die klassischen Medien, zu denen Zenith Zeitungen und Zeitschriften, Fernsehen und Radio, Kino und Außenwerbung zählt. Mit diesen Gattungen beschäftigen sich die Menschen der Studie zufolge in diesem Jahr im Schnitt 316 Minuten am Tag, was 69 Prozent des gesamten weltweiten Medienkonsums entspricht - 2010 waren es allerdings noch 364 Minuten. Zenith betont jedoch, dass die meisten Unternehmen aus den klassischen Branchen Online-Töchter gegründet haben. Die zählen im aktuellen Bericht jedoch zur Internetnutzung.

Insgesamt verbringen die Menschen in diesem Jahr durchschnittlich 140 Minuten täglich mit dem Internet. Das Fernsehen bleibt mit 170 Minuten Sehzeit das dominante Medium. Zenith rechnet damit, dass sich das bis 2019 auch nicht ändern wird. Allerdings werde der Abstand zwischen Fernseh- und Internetkonsum von 30 Minuten im Jahr 2017 auf nur sieben Minuten 2019 verringern.

Für werbungtreibende Unternehmen bedeute dies, dort präsent zu sein, wo sich auch die Zielgruppe hinbewege, sagt Zenith-CEO Dirk Lux: "Marken dürfen auf Änderungen im Mediennutzungsverhalten nicht nur reagieren. Sie müssen diese auch antizipieren, um stärkere und dauerhaftere Beziehungen mit Konsumenten aufzubauen. Anders können sie nicht wachsen." ire
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