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Bei der "Zeit" laufen die Geschäfte derzeit gut
Zeitverlag / Lara Huck

Zeitverlag mit Umsatzplus Im Frühjahr kommen Online-Bezahlinhalte – und ein Lesercafé im Pressehaus

Bei der "Zeit" laufen die Geschäfte derzeit gut
Bilanz mit Koffeinschub: 2016 erwirtschaftete der Zeitverlag Umsätze von 195 Millionen Euro, das sind 6,5 Prozent mehr als 2015. In diesem Jahr sollen vor allem die Veranstaltungen wachsen, bei Zeit Online endlich Paid Content starten – und ein Lesercafé seine Türen öffnen.
von Roland Pimpl, Donnerstag, 16. Februar 2017
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    Zum Umsatz trug die wöchentliche „Zeit“ 120 Millionen Euro bei (plus 1 Prozent). Das Digitalgeschäft (etwa Zeit Online) wuchs um 12 Prozent auf 37 Millionen Euro. Die Umsätze der übrigen Geschäftsfelder (Magazine, Corporate Publishing, Veranstaltungen, Shops) stiegen um 15 Prozent auf 38 Millionen Euro. Die Werbeerlöse von „Zeit“, Zeit Online und den Magazinen kletterten um 5 Prozent, alle Vertriebserlöse um 4 Prozent. Detailliertere Zahlen lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 7/2017 vom Donnerstag, 16. Februar.

    Für das 2. Quartal kündigt „Zeit“-Geschäftsführer Rainer Esser im Gespräch mit HORIZONT den bereits vor einem Jahr eigentlich schon für vergangenen Herbst geplanten Start des Bezahlkonzepts für Zeit Online an. Die Verzögerung erklärt er – wie viele andere Verlage, die ihre Starttermine für ähnliche Projekte verschieben mussten – mit technologischen Hürden.

    Wachstum sollen neue Veranstaltungen bringen. Rund um die Gesundheitsbeilage „Zeit Doctor“, die nun der Jahreszeiten Verlag mitvermarktet, die ab März im Magazinformat erscheint und mit 5000 zusätzlichen Heften bald auch über Apotheken und Wellnesshotels vertrieben wird, soll es pro Jahr mindestens sechs Events („Zeit Forum Gesundheit“) mit Kooperationspartnern geben. Und das „Zeit“-Junge-Leute-Portal Ze.tt startet im Frühjahr mit einer eigenen Recruiting-Veranstaltung („Work & Play“). Überhaupt will Esser die Bildungs- und Job-Events ausbauen, etwa für junge Ärzte, für weibliche Top-Talente, für Privatschulen. Zeit Online, das bereits 2014 knapp den Break-even geschafft hat, habe 2016 „signifikante Gewinne“ erwirtschaftet, so Esser. Was nicht nur am Werbewachstum liegt, sondern auch daran, dass der Verlag hier seine mittlerweile über 60.000 „Zeit“-Digitalzugänge verbucht.

    Eine News aus der Corporate-Publishing-Sparte Tempus Corporate: Sie baut ihr Digitalangebot mit einer eigenen Videoredaktion aus, für Bewegtbildformate im Content-Marketing. Zugleich wird Tempus Corporate damit die Bewegtbildproduktion inhouse für den Zeit Verlag übernehmen.

    Und das Lesercafé unten im Pressehaus (das seit Januar 2016 „Helmut-Schmidt-Haus“ heißt) am Hamburger Speersort? Es soll im Mai erste Bohnen brühen. Der Verlag hat die Räume angemietet und an einen Kaffee-Gastronomen weiterverpachtet – nicht als Geschäftsmodell, sagt Esser, sondern um „Flagge zu zeigen“. Das „Zeit Café“ soll auch für Lesungen dienen und einen Verlagsshop beherbergen. Und wohl auch den Mitarbeitern als Treffpunkt dienen. Deren Anzahl – auch auf diese Zahl ist Esser stolz – hat sich in den vergangenen zehn Jahren (2006 bis 2016) von 350 auf zuletzt 700 verdoppelt. rp

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