Zeitungsmarkt München "tz" zieht nach und erhöht Vertriebspreise

Freitag, 16. Mai 2014
Die "Abendzeitung" hat die Preise Ende April angehoben
Die "Abendzeitung" hat die Preise Ende April angehoben


Die Insolvenz der "Abendzeitung" München und die damit verbundene Preiserhöhung bringt Bewegung in den Münchener Zeitungsmarkt. Die "tz München" zieht ab der kommender Woche nach und hebt ihren Vertriebspreis ebenfalls an. Ob auch die "Bild" die Gunst der Stunde für eine Preisanpassung in der bayerischen Landeshauptstadt nutzt, ist nicht bekannt.
Wie HORIZONT.NET aus Vertriebskreisen erfuhr, hebt die zur Zeitungsgruppe Ippen gehörende "tz" München ihren Verkaufspreis ab Montag um 20 Cent auf dann 80 Cent an. Am Samstag kostet die Zeitung künftig 1 Euro statt 80 Cent. Damit reagiert der Verlag auf die Preiserhöhung der Münchner "Abendzeitung". Der Insolvenzverwalter des zahlungsunfähigen Boulevardblatts hatte den Verkaufspreis Ende April von 60 Cent auf 1 Euro angehoben. Am Wochenende kostet das Blatt seitdem 1,20 Euro. Der Schritt war von einer Kampagne begleitet worden, die unter dem Motto "Wir verkaufen uns nicht mehr unter Wert" stand.

Ob auch die "Bild" in München nachzieht, ist nicht klar. Das Dickschiff aus dem Hause Axel Springer hatte Anfang Mai in vielen Regionen den Copy-Preis von 70 Cent auf 80 Cent angehoben - allerdings nicht in München. Der Boulevardmarkt in der bayerischen Landeshauptstadt ist mit derzeit noch drei Titeln ("tz", "Abendzeitung" und "Bild" ) hart umkämpft. Insider sprechen von einem seit Jahren ruinösen Wettbewerb - der mit der "Abendzeitung" München womöglich ein erstes Opfer fordert.

Die Zeitung hatte Anfang Mai Insolvenz beantragt. Derzeit verhandelt der Insolvenzverwalter mit einer Handvoll Interessenten, darunter wohl auch Hauptkonkurrent Ippen. Ziel ist es, bis Ende Mai eine tragfähige Lösung zu präsentieren. dh
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