Zeitungsgruppe Verlagsriese Madsack schreibt 2014 erneut rote Zahlen

Montag, 14. Dezember 2015
Madsack-Chef Thomas Düffert
Madsack-Chef Thomas Düffert
Foto: Madsack Mediengruppe

Die Verlagsgesellschaft Madsack ist im vergangenen Jahr in der Verlustzone geblieben. Unter dem Strich stehen für 2014 minus 1,1 Millionen Euro, wie aus dem Konzernabschluss im Bundesanzeiger hervorgeht. Madsack selber legt keine Zahlen vor.
Das Jahr 2013 hatte dem Unternehmen aus Hannover, das deutschlandweit zu den größten Zeitungsgruppen zählt, noch rund 28,5 Millionen Euro Verlust gebracht. Für 2015 rechnet Madsack nun mit einem Überschuss, bekräftigt aber generell das weiterhin herausfordernde Geschäftsfeld. Die gesamte Branche stehe vor großen "Risiken, die in dem seit Jahren anhaltenden, tiefgreifenden Wandel der Mediennutzung begründet sind und das Kerngeschäft der Unternehmensgruppe im Bereich regionaler Tageszeitungen und Anzeigenblätter stark beeinflussen". Positive Einmaleffekte brachten Madsack im vergangenen Jahr rund 15 Millionen Euro ein. Dieser Schub resultierte vor allem aus Verkäufen von Grundstücken und Beteiligungen in Hessen - am Jahresanfang hatten sich Madsack und die "Oberhessische Presse" getrennt; der Marburger Verleger Wolfram Hitzeroth erwarb die 51 Prozent zurück, die Madsack Ende 2002 übernommen hatte. Andererseits belasteten Rückstellungen für das konzernweite Umbauprojekt "Madsack 2018" das Ergebnis mit fast 27 Millionen Euro. Dabei baute der Konzern auch Stellen ab. Im Schnitt beschäftigte die Mediengruppe 2014 mit 4156 Mitarbeitern (mit Zustellpersonal: 5420) knapp 300 Menschen weniger als noch 2013.

Chancen für die Zukunft sieht Madsack "vor allem in der mittlerweile erreichten Größe der Unternehmensgruppe und damit nutzbaren Skaleneffekten". Zudem spiele der Aufbau von neuen Geschäftsfeldern Madsack in die Karten. Schub bringen könnten künftig auch mehr Kooperationen mit den noch verbleibenden Wettbewerbern oder Zukäufe.

Zur Madsack-Gruppe zählen den Angaben zufolge 18 Tageszeitungen mit einer täglich verkauften Auflage von 895.000 Exemplaren sowie Anzeigenblätter mit einer verteilten Wochenauflage von 4,9 Millionen. Zu den Zeitungen der Gruppe gehören die "Hannoversche Allgemeine Zeitung", die "Leipziger Volkszeitung", die "Lübecker Nachrichten" und die "Märkische Allgemeine Zeitung". dpa
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