Zeitungsgipfel Nachfolge von Frank Schirrmacher laut FAZ-Chef Thomas Lindner weiter unklar

Dienstag, 24. Juni 2014
FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner
FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner


Beide sind seit Anfang des Jahres im Amt, beide sehen sich aktuell unterschiedlichen Problemen ausgesetzt: Zum Auftakt des Zeitungsgipfels von HORIZONT und The Conference Group sprachen Thomas Lindner, Vorsitzender der Geschäftsführung der FAZ und M. DuMont Schauberg-Chef Christoph Bauer über ihre derzeitigen Herausforderungen. Während Lindner bei der Qualitätszeitung die Schockstarre nach dem Tod Frank Schirrmachers lösen muss, stellt Bauer die Grundsatzfrage nach dem Geschäftsmodell.
Bei der FAZ werden nach dem plötzlichen Tod von Frank Schirrmacher dringende Themen der Branche derzeit von der Herausgeberfrage überschattet. "Wir haben noch nicht diskutiert, wie es weitergeht. Aber diese Gespräche müssen und werden irgendwann stattfinden", sagte FAZ-Chef Lindner beim Zeitungsgipfel. Der Ex-G+J-Mann wies allerdings auch darauf hin, dass das Tagesgeschäft nur bedingt von den Herausgebern abhängig ist. Grundsätzlich stehe das Modell mit mehreren Herausgebern nicht zur Debatte: "Das ist eine Manifestation der Marke. Wir werden damit auf jeden Fall weiterarbeiten."

Bei M. DuMont Schauberg steht der digitale Wandel im Mittelpunkt der Debatten - ein Ziel, dass der Vorstandsvorsitzende Christoph Bauer kurzfristig nicht für erfüllbar hält: "Wir müssen uns in der Summe komplett neu erfinden, das braucht eine Menge Zeit." Realistisch hält er einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren. Wesentliches Element ist dabei die Paid-Content-Strategie: Wenn wir es nicht schaffen, unsere Produkte so zu machen, dass die Nutzer dafür zahlungsbereit sind, müssen wir uns fragen, ob wir unsere Geschäfte noch richtig machen , so Bauer. Mit der bisherigen Entwicklung verschiedener Paid-Content-Modelle bei M. DuMont Schauberg zeigt er sich zufrieden auch wenn sich das Geschäftsmodell aber wohl nicht nachhaltig ändern wird. fam
Meist gelesen
stats