Zeitungen Christian Lindner verlässt die "Rhein-Zeitung"

Dienstag, 28. März 2017
Christian Lindner gab die Einstellung der "MRZ" bei Twitter bekannt
Christian Lindner gab die Einstellung der "MRZ" bei Twitter bekannt

Die "Rhein-Zeitung" verliert ihren langjährigen Chefredakteur Christian Lindner. Das berichtet Kress.de. Offenbar gab es Streit über die künftige Ausrichtung der Regionalzeitung aus Koblenz. Lindner war seit 37 Jahren für die "Rhein-Zeitung" tätig. 
"Ich mache es kurz - auch wenn nach über 37 Jahren RZ viel zu schreiben wäre: Mit dem heutigen Tag endet mein Wirken für diese Zeitung und dieses Unternehmen", zitiert Kress.de aus einer Mail von Lindner an die Redaktion. Weiter heißt es in der Nachricht: "Ich hätte unsere gemeinsame Arbeit gerne mit Ihnen in der Redaktion und den Kollegen im Verlag fortgesetzt. Es sollte aber nicht sein."  Am Vormittag informierte Lindner die Redaktion über sein Ausscheiden. Eine offizielle Bestätigung der Personalie durch den Verlag gibt es bislang nicht. Anrufer werden an Verleger Walterpeter Twer verwiesen, der aktuell nicht zu erreichen ist. 

Christian Lindner hat sein gesamtes bisheriges Berufsleben bei der "Rhein-Zeitung" verbracht. Er 
stieg 1979 mit einem Volontariat bei der "Rhein-Zeitung" ein und durchlief danach verschiedene Stationen bei Lokalredaktionen und der Zentralredaktion. 1997 wurde er stellvertretender Chefredakteur. 2004 stieg er an die Spitze der "Rhein-Zeitung" auf, die er zunächst gemeinsam mit Joachim Türk geführt hat, seit 2012 ist er alleiniger Chefredakteur. 

Der 57-Jährige gilt als einer der profiliertesten Chefredakteure einer deutschen Regionalzeitung, der sich vor allem durch seine klare Haltung in Fragen der Digitalisierung einen Namen gemacht hat. 2015 hatte die "Rhein-Zeitung" als eine der ersten Zeitungen in Deutschland eine harte Paywall eingeführt. Bei Google News lässt sich die Zeitung schon seit geraumer Zeit nicht mehr listen. Lindner war überzeugt, dass es auch im Internet einen Markt für guten regionalen Content gibt. Auch in der Diskussion über die Nennung der Herkunft von ausländischen Straftätern ging die "Rhein-Zeitung" einen eigenen Weg: Seine Redaktion fühle sich nicht mehr an die seiner Meinung nach aus der Zeit gefallene Richtlinie 12 des Pressekodex gebunden, erklärte Lindner damals. dh
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