Zeitschriftenvermarktung BCN gibt Funke-Mandat ab

Donnerstag, 09. Oktober 2014
Andreas Schilling und Michael Samak konzentrieren sich mit BCN auf das internationale Netzwerk
Andreas Schilling und Michael Samak konzentrieren sich mit BCN auf das internationale Netzwerk
Foto: Bild: BCN

Burda-Vermarkter BCN macht den Weg frei für eine Neuordnung der deutschen Printvermarktung und beendet vorzeitig und einvernehmlich die Zusammenarbeit mit der Funke Mediengruppe. Statt um das Geschäft in Ismaning - dort ist das Zeitschriftenportfolio Funkes angesiedelt - wollen sich Geschäftsführer Andreas Schilling und Michael Samak, Director Client Services, fortan auf internationalen "Highclass-Content" konzentrieren, sagen die Manager im Interview mit HORIZONT (Ausgabe 41/2014).
Aktuell kümmert sich BCN um die Programm- und Frauentitel der Essener, darunter etwa "TV Direkt", "Gong", "Echo der Frau" und das "Goldene Blatt". Im Vertrieb sind Funke und Burda ebenfalls Partner, beide sind mit jeweils 40 Prozent an der Gesellschaft Moderner Zeitungs Vertrieb (MZV) beteiligt. Vom Mega-Deal zwischen Funke und Axel Springer, der nicht nur die Übernahme von Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch Pläne für eine gemeinsame Vermarktungsorganisation beinhaltet, war BCN im vergangenen Jahr insofern betroffen, weil Axel Springer Media Impact (Asmi) künftig genau die Frauen- und Programmzeitschriften Funkes aus dem BCN-Portfolio mit vermarkten will. Die Entscheidung des Kartellamts hierzu steht noch aus, den eigentlichen Verkauf der Titel hat die Behörde bereits genehmigt. Unabhängig davon zieht BCN jetzt einen Schlussstrich und gibt das Vermarktungsmandat der Funke-Titel zum Ende des Jahres 2014 ab, einvernehmlich mit der Essener Mediengruppe, wie es heißt. Die Münchner dürften dennoch gut verhandelt haben: Ihr Vertrag mit Funke besteht eigentlich bis Ende 2015. Selbst wenn das Kartellamt die Vermarktungspläne von Springer und Funke schnell durchwinken würde, hätte Schilling entspannt auf Offerten aus Berlin und Essen warten können. Gegenüber HORIZONT winkt der Geschäftsführer allerdings ab: "Unsere Partnerschaft zu Funke ist kartellrechtlich ja ebenfalls nur geduldet und nicht final abgesegnet. Dieser Zustand bremst uns in den Verhandlungen mit potenziellen Partnern und Vermarktern, die wir längst hätten aufnehmen können, ungemein." Deshalb gebe BCN die Titel vorzeitig ab, überindiziert wohlgemerkt: "Mit heutigem Stand verzeichnen wir eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr - in einem rückläufigen und hart umkämpften Markt", sagt Schilling weiter. Insgesamt verzeichnet BCN bis August 2014 einen Bruttoumsatz von 391 Millionen Euro, ohne die Funke-Titel 346,4 Millionen Euro.

„Soll Peter Würtenberger ruhig zu den Funke-Titeln nach Ismaning fahren - wir fliegen zu Hearst nach New York! “
Andreas Schilling
BCN selbst will sich künftig verstärkt auf den Ausbau eines qualitativ hochwertigen internationalen Vermarktungsnetzwerks und die integrierte Vermarktung der Marken des Konzerns konzentrieren. "Die Welt unserer Kunden ist zunehmend international und überschreitet technologische Grenzen", sagt Schilling. "Daran müssen wir uns orientieren und deshalb sowohl unsere internationalen Mandate ausbauen als auch insgesamt unser Portfolio um hochwertige, exklusive Inhalte erweitern." Größter Neuzugang in diesem Jahr war das gesamte internationale Medienangebot des US-Unternehmens Hearst. Zum internationalen Mandanten-Portfolio zählen zudem unter anderem die französische Groupe Lagardère und die indische Hindustan Times. Einen Seitenhieb auf seinen Asmi-Kollegen kann sich Schilling mit Blick auf das BCN-Portfolio deshalb nicht verkneifen: "Soll Peter Würtenberger ruhig zu den Funke-Titeln nach Ismaning fahren - wir fliegen zu Hearst nach New York." kl

Das ausführliche Interview mit Andreas Schilling und Michael Samak, in dem die BCN-Manager über die Zukunft der Vermarktung, die Zusammenarbeit mit Kunden sowie die notwendige Bündelung von Kreation und Media sprechen, lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Printausgabe 41/2014.
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