Zeitschriften-Vermietung Lesezirkel starten ins digitale Zeitalter / Aldi beschert Trendwende im Werbegeschäft

Mittwoch, 12. April 2017
Günther Hildebrand ist Vorsitzender des Verbandes Deutscher Leserzirkel
Günther Hildebrand ist Vorsitzender des Verbandes Deutscher Leserzirkel
Foto: LZ-Verband
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Lesezirkel Aldi Der Stern Günther Hildebrand


Jetzt aber wirklich: Noch in diesem April gehen die ersten Lesezirkel-Unternehmen mit ihrer lange erwarteten App in den Markt. An dem Angebot, das das Geschäftsmodell der Lesezirkel ins digitale Zeitalter retten soll, wurde seit 2014 gebastelt. Unterdessen meldet der Verband ordentliche Branchenumsätze für 2016 – und freut sich in diesem Jahr besonders über Aldi.

Die App "My Lese" richtet sich zunächst an die klassischen Geschäftskunden des Lesezirkel (LZ), etwa Ärzte, Friseure und Cafés. Diese können den Mix der Zeitschriften auswählen und die Werbeflächen der App nutzen.

Mit GPS-Tracking werden die Sortimente via Smartphones und Tablets der Leser in den Wartezimmern, Gast- und Friseurstuben freigeschaltet. Später soll die App auch gegenüber Privatkunden vermarktet werden. Sie wurde entwickelt von den LZ-Unternehmen Limberg (Aachen) und Hettling (Vellmar), gemeinsam mit dem Berliner Technologie-Dienstleister Pressmatrix. Durch die lange Entwicklungszeit, in der man andere Themen in den Vordergrund stellte, muss der LZ in Kauf nehmen, dass längst auch andere Anbieter mit ähnlichen Pressepaketen im Markt sind.

Im vergangenen Jahr steigerten die Mitglieder des LZ-Verbandes ihren Umsatz gegenüber 2015 um knapp 1 Prozent auf 183,9 Millionen Euro. Davon entfielen 166,7 Millionen Euro (plus 1,5 Prozent) auf die Mehrfachvermietung von Zeitschriftenmappen und 17,2 Millionen Euro (minus 3,9 Prozent) auf die Werbevermarktung der Umschlagsseiten. Im laufenden Jahr erwartet der Verband hier eine Trendwende, vor allem wegen des Neukunden Aldi Süd. Seit Februar wirbt die Handelskette für insgesamt 52 Wochen abwechselnd auf den LZ-Covern von "Stern" und "Bunte" – laut Verbandschef Günther Hildebrand "einer der größten Aufträge in der Geschichte der LZ-Werbung", vermittelt durch die Agentur Becker + Stahl. rp

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