Zeitschriften Die Cover des Jahres

Montag, 21. Dezember 2015
Die Cover des Jahres sind auch ein Spiegel der Ereignisse
Die Cover des Jahres sind auch ein Spiegel der Ereignisse
Foto: Collage HORIZONT

Die Anschläge auf die Redaktion von "Charlie Hebdo", die Flüchtlingskrise, Angela Merkel, die Anschläge von Paris - die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2015 spiegeln sich auch in den Zeitschriftencovern der vergangenen Monate wieder. HORIZONT präsentiert eine Auswahl der wichtigsten und besten Cover des Jahres.

Die besten deutschen Cover

(Bild: Der Spiegel)
Der "Spiegel" sorgte im Januar für eines der einprägsamsten Cover des Jahres. Die 19 unterschiedlichen Titelseiten zeigten beeindruckende Porträts von Überlebenden des NS-Vernichtungslagers Auschwitz - "Die letzten Zeugen". Der Titel wurde bei den Lead Awards im Oktober zurecht als "Cover des Jahres" ausgezeichnet.
(Bild: Beef)
Ebenfalls bei den Lead Awards als "Leadmagazin des Jahres" geehrt wurde "Beef". Normalerweise macht das Kochmagazin für Männer mit großformatigen Bildern saftiger Fleischberge auf und stellt sich damit selbstbewusst gegen den aktuellen Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung. Passend zu Ostern hob die Redaktion im Frühjahr ein süßes Lämmchen auf das Cover und titelte frech: "Leider lecker".

(Bild: SZ Magazin)
Reduce to the Max - dieser Maxime folgte das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" in diesem Jahr gleich mehrfach. Im März zierte lediglich eine handgeschriebene Telefonnummer die in Post-it-Gelb gehaltene Titelseite, die das Thema Neugierde illustrierte. Die Nummer existierte tatsächlich. Wer sie wählte, bekam eine automatische Ansage der Redaktion zu hören.

(Bild: Der Spiegel)
Zum Tod des Literatur-Nobelpreisträgers Günther Grass entschied sich der "Spiegel" gegen ein Foto des Schriftstellers auf der Titelseite - und zeigte lediglich das namensgebende Instrument aus Grass' wohl bekanntestem Roman "Die Blechtrommel". 

Dicke Hose: "Cicero"
Dicke Hose: "Cicero" (Bild: Cicero)
"Cicero" sorgte am Kiosk in diesem Jahr für mehrere Highlights. Am weitesten lehnte sich das Magazin für politische Kultur mit seinem Juni-Cover zum Thema "Sex und Macht" aus dem Fenster.

(Bild: Zeit Magazin)
Das "Zeit Magazin" feierte den Sommer im August mit einem genialen Titelbild. Zwei schwarze Dreiecke auf rosa Grund, dazu die Zeile "Ab an den Strand!" - den Rest erledigt die Fantasie des Lesers. Die zweite Titelseite zeigte mit ebenso einfachen Mitteln einen männlichen Oberkörper.

(Bild: Stern)
Im Sommer war die Flüchtlingskrise das beherrschende Thema in den Medien. Der "Stern" illustrierte das Thema im August mit einem Foto, das dem Leser die ganze Dramatik der Situation auf der sogenannten Balkanroute vor Augen führt.

(Bild: SZ Magazin)
Ausgabe 39 des "SZ Magazins" verzichtete auf ein Titelbild. Stattdessen sortierte die Grafik die Buchstaben "Süddeutsche Zeitung Magazin" alphabetisch. Ordnung muss sein.

Die Erstausgabe von "Barbara"
Die Erstausgabe von "Barbara" (Bild: G+J)
Gruner + Jahr gelang mit "Barbara" eine der erfolgreichsten Zeitschriften-Neugründungen des Jahres. Die erste Ausgabe des Frauenmagazins verkaufte sich rund 250.000 mal, in punkto Anzeigenumsatz war "Barbara" laut Verlag sogar der erfolgreichste Launch in der Geschichte von Gruner + Jahr.

(Bild: Stern)
Die Anschläge von Paris beherrschten ab Mitte November die Titelseiten der Zeitungen und aktuellen Magazine. Eines der eindrucksvollsten Cover zu dem Thema gelang dem "Stern": Der fast unbeleuchtete Eiffelturm über dem im Dunkeln liegenden Paris transportiert die bedrückende Stimmung in den Tagen nach den blutigen Attentaten. Selbst der "Stern"-Schriftzug tritt dezent in den Hintergrund.

(Bild: Brand Eins)
Das Wirtschaftsmagazin "Brand Eins" überzeugte auch in diesem Jahr wieder mit einer ganzen Reihe hervorragender Cover. Besonders gelungen war die November-Ausgabe. Ein Paar vorne offener Gummistiefel brachten das Titelthema "Ökonomischer Unsinn" plakativ auf den Punkt.

Die besten internationalen Cover

(Bild: The New Yorker)
Das neue Jahr begann mit einem Schock. Der Anschlag auf die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" führte zu einer Welle der Solidarität anderer Medien. Unter anderem der "New Yorker" gedachte den Opfern mit einem symbolträchtigen Titelbild.

(Bild: The Economist)
Der Stift als schärfste Waffe von Journalisten und Karikaturisten im Kampf gegen Gewalt und Terror war eines der am meisten genutzten Bildsymbole in den Tagen nach den Anschlägen. Auf dem Cover des "Economist" reckte eine blutige Faust trotzig einen Bleistift in die Höhe.

(Bild: Charlie Hebdo)
"Charlie Hebdo" zeigte im Angesicht des Terrors wahre Größe. "Alles ist verziehen" stand auf der ersten Ausgabe des Satiremagazins nach dem Anschlag. Das Titelbild zeigte eine Zeichnung des Propheten Mohammed, der trauernd ein Schild mit dem Motto "Je suis Charlie" in den Händen hält.

(Bild: "Harper's Bazaar" )
Rihanna mal anders: Das Modemagazin "Harper's Bazaar" platzierte die Sängerin im weit geöffneten Maul eines riesigen Hais, um das Thema "Killer Fashion" zu illustrieren und sticht damit weit aus der Masse der Modemagazine heraus.

(Bild: Paper)
Auch Miley Cyrus war 2015 ein oft gesehener Gast auf den Covern von Klatsch- und Lifestylemagazinen. Im Sommer posierte sie mit ihrem Hausschwein Bubba Sue für das US-Magazin "Paper", das bereits im vergangenen Jahr mit der nackten Kim Kardashian für Aufsehen gesorgt hatte. Auch Miley Cyrus posierte natürlich textilfrei für das Magazin - ausnahmsweise aber weder in obszöner Pose noch mit herausgestreckter Zunge.

(Bild: Wired)
Zwei Messenger-Sprechblasen reichten der US-Ausgabe von "Wired", um das Titelthema "Sex in the Digital Age" zu illustrieren. Simpel und gut.

(Bild: Vanity Fair)
Es ist mit Sicherheit eines der meistgeteilten Titelbilder des Jahres: Auf der Juni-Ausgabe von "Vanity Fair" präsentierte sich der ehemalige Zehnkämpfer Bruce Jenner, der sich im April als transsexuell geoutet hatte, zum ersten Mal als Frau. Alleine per Twitter wurde das Cover rund 240.000 mal geteilt.

(Bild: Time Magazine)
Das "Time Magazin" schafft es immer wieder, seine Titelthemen großartig in Szene zu setzen. Die Diskussion über die gesundheitlichen Gefahren von Fleisch und Wurst wurde schlicht und einfach mit zwei knusprigen Streifen Speck bebildert, die ein X bilden.

(Bild: Playboy)
Mit der neuen US-Ausgabe des "Playboy" endet eine Ära. Künftig will das Männermagazin in den USA keine komplett unbekleideten Frauen mehr abbilden. Die letzte Ausgabe, die mit nackten Tatsachen aufwartet, ziert noch einmal die Kult-Blondine Pamela Anderson. Für ihren 14. Auftritt im "Playboy" holte die 48-Jährige eigens die Zustimmung ihrer Söhne ein.

(Bild: Time Magazine)
Und noch einmal das "Time Magazine". Der Titel kürte Angela Merkel im Dezember zur "Person of the Year" und setzte der Bundeskanzlerin ein Denkmal in Öl.
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