#ZDFcheck17 "In diesem Jahr geht es um harte, klare Fakten"

Mittwoch, 15. Februar 2017
Elmar Theveßen ist stellvertretender Chefredakteur des ZDF und Leiter der Hauptredaktion Aktuelles
Elmar Theveßen ist stellvertretender Chefredakteur des ZDF und Leiter der Hauptredaktion Aktuelles
Foto: ZDF/Rico Rossival

Das Bundestagswahljahr 2017 wird für Medien zur Nagelprobe: Wie kann es gelingen, Fake News aufzuspüren und Propaganda entgegenzuwirken? Das ZDF versucht dies mit dem Faktencheck-Projekt #ZDFcheck17. Gegenüber HORIZONT Online erläutert der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen die Idee dahinter.
Das ZDF hatte bereits vor der Bundestagswahl 2013 und der Europawahl 2014 Faktencheck-Projekte aufgesetzt. Was machen Sie diesmal anders? Jedes Wahljahr hat seine eigene Dramaturgie. 2013 und 2014 stand für uns Partizipation im Vordergrund. In diesem Jahr geht es um harte, klare Fakten. In einer Zeit, in der auch Journalismus selbst kritisch hinterfragt wird, setzen wir auf professionelles Handwerk. Das schließt natürlich nicht aus, dass wir die Nutzer über unsere Social-Media-Accounts – wie sonst auch – einbeziehen.

Inwieweit ist #ZDFcheck17 eine Reaktion auf die Diskussionen über Fake News und ihren möglichen Einfluss auf die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten? Faktenchecks vor Wahlen haben beim ZDF eine gute Tradition. Das Phänomen Fake News beschäftigt uns schon seit einer Weile, übrigens auch vor Trump. Schon in der Flüchtlingskrise haben wir über Falschmeldungen in sozialen Medien berichtet. Aber die Fake News im US-Wahlkampf hatten ohne Frage eine neue Qualität. Selbstverständlich soll das neue Recherche-Team deswegen gerade auch bewusst gestreute Lügen bei Facebook und Co. in den Blick nehmen.

Ein Problem an Fake News ist, dass die Menschen in der Regel nicht über klassische Medien daran geraten. Können Sie der Fake-News-Schwemme im Netz überhaupt entgegenwirken? Es ist ja nicht unsere Aufgabe, alle Fake News im Netz zu widerlegen. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Berichterstattung verlässlich ist. Und ich glaube, wir können mit #ZDFcheck17 unseren Teil dazu beitragen, dass die Wähler besser – und vor allem richtig – informiert sind. Und dazu braucht es – wie immer schon – professionellen Journalismus und sorgfältige Recherche. Das wollen wir weiter stärken. Unsere Erkenntnisse werden wir natürlich nicht nur im TV, sondern auch über die sozialen Netzwerke verbreiten, also dort, wo den Menschen die Fake News begegnen. ire

Elmar Theveßen hat unsere Fragen schriftlich beantwortet
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